Hong Kong - City of Live!

Hongkong
Chronologischer Ablauf einer Stadt zwischen supermoderner Technik und jahrhunderter alter Tradition

Uhrenturm in Kowloon, Hafen

Die ersten Siedler im Raum Hongkong sind Fischer und hinterlassen in Meeresnähe Felsenzeichnungen. Zeitlich wird diese erste „Besiedlung“ auf das Jahr 4000 v. Chr. datiert.

Das erste vielleicht wichtige Jahr von Hongkong ist das Jahr 1276, als der kaiserliche Hof sich auf der Flucht vor den Mongolen in Kowloon (heute ein Stadtteil von Hongkong) aufhält.

1514 erreichen die ersten Europäer (Portugiesen) das Mündungsgebiet des Perlflusses und werden auf der Halbinsel Macao geduldet. Später wird Macao eine portugiesische Kolonie, die im Dezember 1999 an China zurückgegeben wird. Macao ist heute ein Spielerparadies welches jedoch von den meisten Besuchern ärmer verlassen wird als sie es betreten haben. Angeblich kann man in Macau jedes legale Glücksspiel dieser Welt (und zahlreiche Illegale) spielen.

historisches Hongkong

Ab 1730 beginnt die erste Einfuhr von Opium aus Indien nach Kowloon, wo sich inzwischen auch europäische Kaufleute aufhalten dürfen. Der Handel mit Großbritannien nimmt zu. Tee und Porzellan werden mit Silber, aber auch zunehmend mit Opium bezahlt.

1839 lässt der chinesische Sonderkommissar Lin Zexu große Mengen Opium in Kowloon verbrennen, was zum ersten Opiumkrieg mit Großbritannien führt.

1841 wird auf der Insel Hongkong die britische Flagge von Captain Elliott gehisst und aus Kowloon geflohene Kaufleute verrichten nun an ihre Geschäfte von hier aus.

1843 muss China nach einer militärischen Niederlage Häfen und Handel zu Europa öffnen. Hongkong fällt an Großbritannien die eine Kolonie errichtet.

historisches Hongkong

Nach dem zweiten Opiumkrieg von 1857 bis 1860 wird nun auch die Halbinsel Kowloon an Großbritannien abgetreten.

1898 verpachtet China die „New Territories“ und 235 Inseln für 99 Jahre an Großbritannien. Zu den größten Inseln zählen Lantau, Cheung Chau und Lama.
Die Pacht der „New Territories" ist für Hongkong auch lebenswichtig da die Bevölkerung inzwischen rasant gewachsen ist und mehr Platz notwendig wird. Die „New Territories" bilden mit 91 Prozent der heutigen Fläche Hongkongs's von rund 1100 Quadratkilometern den flächenmäsigen größten Teil. Dort baute man neue Ballungszentren, Kraftwerke, Wasserreservoire und Fabriken bis Hongkong selbst ohne dieses Hinterland nicht mehr überlebensfähig war.

New Territories

Ebenfalls im 19. Jh. Wurde systematisch damit begonnen Neuland durch Aufschüttungen zu erhalten, was bis heute fortgeführt wird. So liegt die erste Uferstraße, die Queen’s Road heute bis zu 650 Meter vom Wasser entfernt.

In den 20er und 30er Jahren bricht eine Flüchtlingswelle über Hongkong herein. Ausgelöst durch Bürgerkriege und japanische Eroberungen in China wächst die Kolonie rasant auf 1,6 Mio. Menschen an.

1941 erobern japanische Streitkräfte Hongkong und internieren die Briten auf der Halbinsel Stanley.

Zwischen 1945 und 1949 blüht Hongkongs Wirtschaft nach der japanischen Kapitulation wieder auf. Durch den Sieg der Kommunisten in China kommt es zu einer regelrechten Massenflucht nach Hongkong und es entstehen riesige schlecht gebaute Elendssiedlungen die Berghänge. Jeder Taifun machte regelmäßig mit seinen Regenmassen Tausende obdachlos. Allein 1953 gingen in einer einzigen Nacht über 53.000 Hütten in Flammen auf.

In den 1950er Jahren beginnt ein gigantischer Aufstieg Hongkongs zum bedeuteten Industriestandort. Überwiegend Textilien, Spielzeug, Kunststoffartikel und Uhren werden exportiert. Zugleich startet ein groß angelegtes Wohnungsbauprogramm zu deren Hauptaufgaben auch der Bau von Sozialsiedlungen gehörte um die Kolonie nicht im Chaos versinken zu lassen und eine Einverleibung von China nicht zu provozieren.

Zwischen 1960 und 1970 wurde das Land und die Fläche auf Hongkong Island und Kowloon immer knapper, was dazu führte, dass man immer höher baute und immer mehr Land an der Nordküste und um Kowloon aufgeschüttet wurde. Zur Entlastung von Stadtteilen wie Mong Kok, dem am dichtesten besiedelten Viertel der Welt fingen die Planungen für neue Trabantenstädte in den „New Territories" an. Bald leben in den neuen Wohntürmen von „Tuen Mun, Yuen Long und Tsuen Wan" mehrere Millionen Menschen.

Seit 1978 öffnet sich allmählich China für ausländische Investoren. Dies führt dazu, dass Hongkong zahlreiche Industriearbeitsplätze an die Sonderwirtschaftszonen an der Grenze zu Hongkong verliert. Hongkong wandelt sich zum Finanz- und Dienstleistungszentrum.

Im Jahre 1984 einigen sich Großbritannien und China auf eine Rückgabe der Kolonie im Jahre 1997. Ohne die gepachteten „New Territories" wäre Hongkong nicht überlebensfähig geblieben. Großbritannien blieb daher im Grunde nichts anderes übrig als nicht nur die gepachteten Gebiete sondern auch die militärisch eroberten Gebiete zurückzugeben. China garantiert im „Gegenzug" der Hongkonger Bevölkerung einen Sonderstatus für 50 Jahre, der die gewohnte Lebensweise und Freiheiten garantieren soll.

1997 wird die Kolonie Hongkong friedlich in der Nacht zum 01.Juli durch das letztmalige Einholen des Union Jack an China übergeben. Der Versuch des letzten britischen Gouverneurs demokratische Wahlen einzuführen scheitert jedoch.
Mit dem Ablegen der königlichen Jacht „Brittania“, auf der sowohl Prinz Charles als auch der letzte britische Gouverneur an Bord waren, endete für Hongkong selbst, aber auch für China und Europa eine Epoche.
Für China verschwand eine Demütigung des Imperialismus der seit dem 19. Jhs. Das zugleich für Europa ein Sinnbild und Zeuge, die sich die europäischen Mächte in den vorangegangenen Jahrhunderten vor allem mit Waffengewalt verschafft hatten.

Trotz der Vereinbarungen herrschen in den 1990er Jahren große Verunsicherungen bei der Bevölkerung Hongkongs. Wer über Geld oder Einfluss verfügte sorgte durch den Erwerb eines ausländischen Reisepasses für eine Fluchtmöglichkeit. Die britische Regierung selbst ermöglichte es tausenden von Einwohnern, die aufgrund Ihrer schulischen und beruflichen Laufbahn gewisse Anforderungen erfüllte ganz legal in den Besitz eines britischen Passes zu kommen.

 
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