1514 erreichen die ersten Europäer (Portugiesen)
das Mündungsgebiet des Perlflusses und werden auf der
Halbinsel Macao geduldet. Später wird Macao eine portugiesische
Kolonie, die im Dezember 1999 an China zurückgegeben wird.
Macao ist heute ein Spielerparadies welches jedoch von den
meisten Besuchern ärmer verlassen wird als sie es betreten
haben. Angeblich kann man in Macau jedes legale Glücksspiel
dieser Welt (und zahlreiche Illegale) spielen.

Ab 1730 beginnt die erste Einfuhr von Opium aus Indien nach
Kowloon, wo sich inzwischen auch europäische Kaufleute
aufhalten dürfen. Der Handel mit Großbritannien
nimmt zu. Tee und Porzellan werden mit Silber, aber auch zunehmend
mit Opium bezahlt.
1839 lässt der chinesische Sonderkommissar Lin Zexu große
Mengen Opium in Kowloon verbrennen, was zum ersten Opiumkrieg
mit Großbritannien führt.
1841 wird auf der Insel Hongkong die britische Flagge von
Captain Elliott gehisst und aus Kowloon geflohene Kaufleute
verrichten nun an ihre Geschäfte von hier aus.
1843 muss China nach einer militärischen Niederlage Häfen
und Handel zu Europa öffnen. Hongkong fällt an Großbritannien
die eine Kolonie errichtet.

Nach dem zweiten Opiumkrieg von 1857 bis 1860 wird nun auch
die Halbinsel Kowloon an Großbritannien abgetreten.
1898 verpachtet China die „New Territories“ und
235 Inseln für 99 Jahre an Großbritannien. Zu den
größten Inseln zählen Lantau, Cheung Chau und
Lama.
Die Pacht der „New Territories" ist für Hongkong
auch lebenswichtig da die Bevölkerung inzwischen rasant
gewachsen ist und mehr Platz notwendig wird. Die „New
Territories" bilden mit 91 Prozent der heutigen Fläche
Hongkongs's von rund 1100 Quadratkilometern den flächenmäsigen
größten Teil. Dort baute man neue Ballungszentren,
Kraftwerke, Wasserreservoire und Fabriken bis Hongkong selbst
ohne dieses Hinterland nicht mehr überlebensfähig
war.

Ebenfalls im 19. Jh. Wurde systematisch damit begonnen Neuland
durch Aufschüttungen zu erhalten, was bis heute fortgeführt
wird. So liegt die erste Uferstraße, die Queen’s
Road heute bis zu 650 Meter vom Wasser entfernt.
In den 20er und 30er Jahren bricht eine Flüchtlingswelle über
Hongkong herein. Ausgelöst durch Bürgerkriege und
japanische Eroberungen in China wächst die Kolonie rasant
auf 1,6 Mio. Menschen an.
1941 erobern japanische Streitkräfte Hongkong und internieren
die Briten auf der Halbinsel Stanley.
Zwischen 1945 und 1949 blüht Hongkongs Wirtschaft nach
der japanischen Kapitulation wieder auf. Durch den Sieg der
Kommunisten in China kommt es zu einer regelrechten Massenflucht
nach Hongkong und es entstehen riesige schlecht gebaute Elendssiedlungen
die Berghänge. Jeder Taifun machte regelmäßig
mit seinen Regenmassen Tausende obdachlos. Allein 1953 gingen
in einer einzigen Nacht über 53.000 Hütten in Flammen
auf.
In den 1950er Jahren beginnt ein gigantischer Aufstieg Hongkongs
zum bedeuteten Industriestandort. Überwiegend Textilien,
Spielzeug, Kunststoffartikel und Uhren werden exportiert. Zugleich
startet ein groß angelegtes Wohnungsbauprogramm zu deren
Hauptaufgaben auch der Bau von Sozialsiedlungen gehörte
um die Kolonie nicht im Chaos versinken zu lassen und eine
Einverleibung von China nicht zu provozieren.
Zwischen 1960 und 1970 wurde das Land und die Fläche
auf Hongkong Island und Kowloon immer knapper, was dazu führte,
dass man immer höher baute und immer mehr Land an der
Nordküste und um Kowloon aufgeschüttet wurde. Zur
Entlastung von Stadtteilen wie Mong Kok, dem am dichtesten
besiedelten Viertel der Welt fingen die Planungen für
neue Trabantenstädte in den „New Territories" an.
Bald leben in den neuen Wohntürmen von „Tuen Mun,
Yuen Long und Tsuen Wan" mehrere Millionen Menschen.
Seit 1978 öffnet sich allmählich China für
ausländische Investoren. Dies führt dazu, dass Hongkong
zahlreiche Industriearbeitsplätze an die Sonderwirtschaftszonen
an der Grenze zu Hongkong verliert. Hongkong wandelt sich zum
Finanz- und Dienstleistungszentrum.
Im Jahre 1984 einigen sich Großbritannien und China
auf eine Rückgabe der Kolonie im Jahre 1997. Ohne die
gepachteten „New Territories" wäre Hongkong
nicht überlebensfähig geblieben. Großbritannien
blieb daher im Grunde nichts anderes übrig als nicht nur
die gepachteten Gebiete sondern auch die militärisch eroberten
Gebiete zurückzugeben. China garantiert im „Gegenzug" der
Hongkonger Bevölkerung einen Sonderstatus für 50
Jahre, der die gewohnte Lebensweise und Freiheiten garantieren
soll.
1997 wird die Kolonie Hongkong friedlich in der Nacht zum
01.Juli durch das letztmalige Einholen des Union Jack an China übergeben.
Der Versuch des letzten britischen Gouverneurs demokratische
Wahlen einzuführen scheitert jedoch.
Mit dem Ablegen der königlichen Jacht „Brittania“,
auf der sowohl Prinz Charles als auch der letzte britische
Gouverneur an Bord waren, endete für Hongkong selbst,
aber auch für China und Europa eine Epoche.
Für China verschwand eine Demütigung des Imperialismus
der seit dem 19. Jhs. Das zugleich für Europa ein Sinnbild
und Zeuge, die sich die europäischen Mächte in den
vorangegangenen Jahrhunderten vor allem mit Waffengewalt verschafft
hatten.
Trotz der Vereinbarungen herrschen in den 1990er Jahren große
Verunsicherungen bei der Bevölkerung Hongkongs. Wer über
Geld oder Einfluss verfügte sorgte durch den Erwerb eines
ausländischen Reisepasses für eine Fluchtmöglichkeit.
Die britische Regierung selbst ermöglichte es tausenden
von Einwohnern, die aufgrund Ihrer schulischen und beruflichen
Laufbahn gewisse Anforderungen erfüllte ganz legal in
den Besitz eines britischen Passes zu kommen. |