Die Geschichte prägt das Gesicht der Metropole:
Hochmodern, aber mit alter chinesischer Tradition und englischem
Kolonialerbe verbunden. Im Stadtzentrum ist hauptsächlich
der moderne chinesische Baustil sichtbar. Alle Gebäude
werden streng nach den Regeln des Feng-Shui errichtet. So kann
es passieren, dass die Wolkenkratzer an bestimmten Stellen
Löcher haben, um den Fluss der Energien nicht zu behindern
oder Bankgebäude Ecken und Ausbuchtungen bekommen, um
die Konkurrenz in den Nachbarhäusern zu schwächen.
Hongkong ist eine Stadt, die nie zur Ruhe kommt. Wohnraum
ist knapp und teuer. Viele Appartements sind so klein, dass
die Wäsche auf dem Balkon untergebracht
werden muss. Der Tourist wird die Enge nur beiläufig bemerken.
Die meisten Hotelanlagen sind sehr großzügig bemessen.
Güter aus aller Welt bieten die Händler in den vielen
Einkaufsstraßen an. Hongkong war und ist weltbekannt
für seine Billigprodukte. So sind Textilien nach wie vor
besonders preiswert, wenn man handelt. In dieser Sonderverwaltungszone
Chinas leben die Menschen weiter, als hätte es keine politische
Wende gegeben.
Mit einem Ausländeranteil von 5 Prozent
ist Hongkong wesentlich weniger international als manche
deutsche Kleinstadt. Wirtschaftlich und technisch gesehen ist
Hongkong
nicht nur eine Weltstadt sondern auch absolut international.
Die größte Minderheit mit knapp über 2 Prozent
bilden die Filipinos (vor allem Frauen die als Haushaltshilfen
arbeiten), gefolgt von den Indonesier (knapp 1 Prozent) und gerade
einmal knapp 19.000 Briten (0,3 Prozent). Andere Ausländer
wie zum Beispiel Deutsche oder Amerikaner bilden einen nicht
messbaren Anteil.
Für rund 85 Prozent der Einwohner ist kantonesisch die Muttersprache.
Außer an der Börse, an der schon immer nur kantonesisch
gesprochen wurde, sind Mandarin (hochchinesisch) und englisch üblich
verwendete Sprachen in Hongkong. So braucht es den Besucher nicht
verwundern, wenn selbst die Durchsagen in der U-Bahn dreisprachig
erfolgen (kantonesisch, Mandarin und Englisch).
Von den Briten geblieben ist die eingeführte Währung
(der Hongkongdollar), das Rechtssystem, die visumfreie Einreise,
eine gut bewachte Grenze zum alten Vater- und heutigen Mutterland
sowie der Linksverkehr. Heute erscheint vielen Besuchern diese Stadt zu verwestlicht,
was bei einem genaueren Betrachten absolut unzutreffend ist.
Nur eine sehr geringe Minderheit spricht ein Englisch, welches
für Europäer, Amerikaner oder Australier wirklich
verständlich ist. Die absolut beeindruckenden Hochhäuser
sind noch heute „marke Eigenbau" und werden mit
traditionellen Bambusgerüsten in die Höhe gezogen
und die städtische Politik wurde bereits unter den Briten
mehr von informellen Kreisen und Wirtschaftsmagnaten geprägt
als von der eigentlichen Politik.
Familiensolidarität und Familienzusammenhalt wird heute
noch groß geschrieben und ist heute noch zusammen mit
dem Glauben und den traditionellen Gepflogenheiten das wichtigste
Gut der Bewohner Hongkongs. |