Nahezu jedes Treffen findet beim Essen statt
und Sie werden in den seltensten Fällen zu jemandem privat
eingeladen. Auch für die Einwohner Hongkong selbst ist
es absolut üblich sich in einem Restaurant beim Essen
zu treffen. Wenn Sie also nicht nur für sich etwas im „Vorbeigehen" essen
wollen, sollten Sie sich genügend Zeit nehmen.
Verhungern kann keiner
Wie bei so vielem ist Hongkong auch in gastronomischer Hinsicht
ein wahrer Schmelztiegel dieser Welt. Das Angebot reicht
von einfachen Garküchen oder Ständen über
Restaurants mit den Spezialitäten aller chinesischen
Regionen bis hin zur Haute Cuisine der europäischen
oder anderer asiatischer Herkunft. Liebhaber von Fastfood
werden in Hongkong ganz sicher auf Ihre Kosten kommen, da
alle Fastfoodketten dieser Welt auch nicht vor Hongkong halt
gemacht haben.
 Das Auge isst nicht immer mit
Entgegen unseren europäischen Gewohnheiten oder dem, was
man hierzulande in chinesischen Restaurants sieht, ist die
kantonesische Küche nicht darauf ausgerichtet zugleich
Gaumen- und Augenschmaus zu sein.
In einfachen Garküchen, typischen chinesischen Restaurants
oder bei den seltenen privaten Einladungen wird man schnell
feststellen, dass die Speisen seltenst garniert oder angerichtet
werden. Diese Küche ist „nur" darauf ausgerichtet
ein wahrer Gaumenschmaus zu sein. Urteilen Sie daher nie nach
dem Auge, sondern lassen Sie sich überraschen.
 In den großen und teuren Restaurants werden Sie wiederum
den gewohnten Anblick von perfekt arrangierten und angerichteten
Speisen erleben.
Essen in guten oder besseren Restaurants
Nahezu üblich
ist es, dass man einen Tisch zugewiesen bekommt. Stürmen
Sie also auch nicht bei allzu großem Hunger einfach das
Restaurant. Bei sehr guten oder beliebten Restaurants empfiehlt
es sich den Tisch zumindest einen Tag vorher vorzubestellen.
Speißt man in der Gruppe, ist es unhöflich ein Gericht
für sich selbst zu bestellen. Traditionell werden mehrere
Gerichte bestellt und von allen gemeinsam gegessen. Die traditionelle
Reisschüssel wird nahe an den Mund geführt und der
Reis nahezu in den Mund „geschaufelt". Schmatzen
ist entgegen der landläufigen Meinung nicht mehr absolut üblich,
wird aber durchaus noch von vielen Einheimischen praktiziert.
Nudeln können oder müssen hingegen aus praktischen
Gründen meistens in den Mund gesaugt werden. Im Übrigen
ist eine etwas verkleckerte Tischdecke absolut keine Schande,
wenn man nicht gerade mit dem Essen regelrecht um sich geworfen
hat.
Getränke werden meisten ohne Verlangen einfach immer wieder
aufgegossen, es sei denn, man wünscht dies nicht mehr.
Nach dem Essen sollte man auf keinen Fall die Stäbchen
(sofern man diese verwendet hat) nicht in der Schüssel
stecken lassen, da dies an Räucherstäbchen am Grab
erinnert und als Unheil bringendes Zeichen angesehen wird.
scharfes Essen
Achtung – was in Deutschland oder in Europa als scharfes
Essen angeboten wird, ist im Vergleich zur einheimischen Küche
als absolut mild zu bezeichnen. In Hongkong selbst wird jedoch
selten scharf gekocht. Sollte dies aber der Fall sein, stellen
Sie sich vorsichtshalber darauf ein noch nie da gewesenes Gaumenspektakel
zu erleben. Sie werden danach die Definition für scharf
neu festlegen müssen.
Die chinesische Küche
Es ist kein wunder, wenn man angesichts der Vielzahl und Vielfalt
der unterschiedlichen regionalen Küche schnell den Überblick
verliert. Wer noch nie in Peking war, sollte auf jeden Fall
das wohl bekannteste chinesische Gericht, die Pekingente,
versuchen.
Typisch für Hongkong ist jedoch die kantonesische Küche,
die meist mit frischem Ingwer, Frühlingszwiebeln und Sesamöl
zubereitet wird.
Gebratene Gans, geschmorte Gernelen und Fisch in allen nur
erdenklichen Varianten geben jedem Besucher die Möglichkeit
ein täglich anderes Gericht zu versuchen.
 Auf jeden Fall sollten die einfachen chinesischen Imbissbuden,
Essstände und für Einheimische typischen Restaurants
aufgesucht werden. Nirgends sonst kann man typischer und günstiger
essen als hier. Auch wenn die ausgelegten Speisekarten meist
auf Chinesisch sind, so haben die meisten auf nachfrage auch
eine englische Karte für den interessierten Besucher.
Die Bedienung ist zuvorkommend, freundlich und serviert wird
ausschließlich frisch zubereitetes Essen, welches in
kürzester Zeit bei Ihnen auf dem Tisch steht. Nur hier
erleben Sie die unverfälschte kantonesische Küche,
die Sie sicherlich an keinem anderen Ort der Welt wieder finden.
Den Umgang mit Stäbchen sollten Sie jedoch vorher etwas
geübt haben, denn hier findet man selten Messer und Gabel.
Warmes Wasser oder ein Glas Tee bekommt man grundsätzlich
kostenlos gereicht. Alkoholische Getränke hingegen sind
eher selten und meist recht teuer. Kaffeeliebhaber werden schnell
feststellen, dass man in diesen Lokalen den besten Kaffee von
Hongkong überhaupt bekommt. Sie werden zumindest was den
Kaffee selbst angeht an sofort westliche Restaurants oder Coffeeshops
meiden. Wundern Sie sich jedoch nicht, dass Sie meist gefragt
werden ob Sie den Kaffee „hot" oder „cold" wünschen.
Eine besondere Kaffee-Spezialität ist der „mixed" – dieser
besteht zur Hälfte aus Kaffee und zur anderen Hälfte
aus Tee.
Ein Muss – Dim Sum
Dim Sum ist wohl eines der typischten und beliebtesten Erlebnisse,
die man in kulinarischer Hinsicht versuchen kann. Dim Sum
ist privat wie auch in Restaurants eine feste „Einrichtung".
 Der Name „Dim Sum“ bedeutet so viel wie „kleiner
Imbiss“ oder auch „das Herz berühren“.
Ein richtiges Dim Sum besteht aus einer ganzen Reihe von
leckeren Häppchen, die in der Regel zur Mittagszeit in kleinen
Portionen in Bambuskörbchen gereicht werden. In einem
Körbchen sind meist vier Häppchen einer Sorte, weshalb
man „Dim Sum“ vorzugsweise in der Gruppe isst.
Die Anzahl der unterschiedlichen „Dim Sum“ Gerichte
soll sich auf über 1.000 belaufen. Die Häppchen selbst
sind unter anderem mit Garnelen gefüllte Klöße
oder luftige mit Schweinefleisch gefüllte Teigtaschen.
Nicht zu vergessen sind gebratene Bohnenquarkrollen und süße
Suppen.
Wenn Sie ein traditionelles Dim-Sum-Restaurant besuchen möchten,
sollten Sie auf jeden Fall vorher reservieren und bis spätestens
12.30 Uhr dort sein, da diese Restaurants in der Regel zu Mittagszeit
vollkommen ausgebucht oder überfüllt sind.
Internationale Küche
Hongkong wäre keine Weltstadt,
wenn sich die kulinarischen Hochgenüsse „nur" auf
die einheimische Küche
beschränken würde.
Hongkong bietet dem Besucher mehr, als dieser vielleicht
zunächst
vermutet. Indische Tandoori-Restaurants, indonesische, philippinische
und thailändische Restaurants sowie die japanische Küche
mit Sushi und Sashimi als auch koreanische Spezialitätenrestaurants
warten mit Ihren Highlights auf.
Hongkong bietet aber auch an vielen Stellen russische Spezialitäten,
was durch russische Immigranten eingeführt wurde. Nicht
zu vergessen rühmt sich Hongkong einiger der besten
italienischen und französischen Restaurants Asiens,
zu beherbergen.
Aus der britischen Kolonialzeit sind ebenfalls gastronomische
Einflüsse in Hongkong hängen geblieben. Die Teatime
verbindet dabei am besten die britischen Traditionen mit
dem chinesischen Know-how über das perfekte Zubereiten
hochwertiger Tees.
Chinesische Kochrezepte sind mehr als gebratener Reis und gebratene Nudeln. Wenn Sie Gerichte wie in China kochen wollen, finden Sie die richtigen China Rezepte hier.
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