Auch wenn Hongkong für den Betrachter durch
die Medien sehr westlich aussieht, so ist dies nur eine Fassade.
Die eigentliche Gesellschaft und das eigentliche Leben sind
in Hongkong noch sehr mit der Tradition verwurzelt.
Sicherlich wird niemand von Ihnen verlangen, dass Sie sich
perfekt im "Kongkong-Knigge" auskennen, aber schon die einfachsten
(bei uns leider vielfach vergessenen) Höflichkeitsregeln können
Sie erheblich weiter bringen.
Zur Begrüßung gibt man sich die Hand.
Der Familienname wird zuerst genannt, Wong Man Ying wird
beispielsweise als Mister Wong angesprochen.
Gesellschaftliche Zusammenkünfte finden in Restaurants statt, nicht in Privatwohnungen. Bei
Einladungen sollten die üblichen Höflichkeitsregeln
beachten werden. Es ist üblich, Gegeneinladungen auszusprechen.
Während einer Mahlzeit prostet man sich häufig zu,
bei jedem neuen Gang sagt man Yum Sing. Es können bis
zu 12 Gänge serviert werden und, obwohl es nicht als Beleidigung
aufgefaßt wird, wenn man nur wenig ißt, gilt es
als höflich, jeden Gang zu probieren.
Zwanglose Kleidung
ist durchaus akzeptabel. Bei einigen gesellschaftlichen Anlässen
und in manchen Restaurants wird gepflegte Kleidung erwartet.
Rauchen ist in der Regel gestattet, und Nichtraucherzonen sind
gekennzeichnet.
Fotografieren
Nicht nur Japaner lieben es zu fotografieren.
Auch viele Chinesen haben eine gute Fotoausrüstung oder
zumindest eine kleine Digitalkamera, die sie gerne und überall
einsetzen. Den Besucher Hongkongs sollte dies nicht dazu verleiten
Menschen einfach so ebenfalls zu fotografieren, es sei denn,
man macht dies äußerst diskret oder mit einer Zustimmung,
die auch per „Zeichensprache" oftmals leicht zu
erhalten ist. Personen, die sich abwenden, zeigen deutlich,
dass diese nicht damit einverstanden sind, was auch entsprechen
respektiert werden sollte.
Gebäude und Plätze können von außen absolut
unproblematisch fotografiert werden. Innerhalb von Gebäuden
empfiehlt es sich einen der zahlreichen Wachleute zu fragen,
oder sich eine offizielle Genehmigung einzuholen.
Fußgänger
Lassen Sie sich nicht davon verleiten
Einheimischen einfach hinterher zu rennen, wenn diese ein Straße überqueren.
Durch den dichten Verkehr und der Tatsache, dass Bus- und Taxifahrer
wenig Rücksicht auf Fußgänger nehmen, kann
das Überqueren einer Straße lebensgefährlich
werden.
Benutzen sie lieber die allgegenwärtigen ampelgeschalteten
Fußgängerüberwege oder die mindestens ebenso
allgegenwärtigen Unter- und Überführungen. Die
Ein- oder Aufgänge sind nach deutschen Maßstäben
zwar häufig etwas versteckt, da diese sehr häufig
durch oder über ein Wohn- oder Bürogebäude erreicht
werden, doch gewöhnt man sich schnell daran mit den Augen
die Übergänge „abzusuchen“ und somit
den wahrscheinlichen Ein- oder Aufgang zu finden.
Ganz gleich wohin Sie wollen, nehmen Sie sich Zeit. Große
Menschenmassen und allgegenwärtige Händler erschweren
Ihnen das Vorankommen immens.
Geschäftliche Sitten
Bleiben Sie stehst höflich,
verlieren Sie nicht das eigene Gesicht und blicken Sie nicht
zu lange dem Gesprächspartner direkt in die Augen, da
dies als unhöflich angesehen wird.
Der Tonfall sollte respektvoll sein und den Gesprächspartner
sollte man stehst aussprechen lassen.
Visitenkarten, Geschäfts- und Schriftstücke sowie
Gelscheine werden mit beiden Händen übergeben. Visitenkarten
sollten mit Respekt behandelt werden. Sie sollten nicht in
die Gesäßtasche gesteckt oder bekritzelt werden
und bleiben in der Regel während des gesamten Gespräches
auf dem Tisch liegen.
Einladungen und Geschenke
Wie auch bei uns sind Blumen und
Pralinen immer ein gern gesehenes Geschenk. Grundsätzlich
sollte aber immer darauf geachtet werden, dass es sich um eine
gerade Anzahl (z.B. bei Blumen) handelt. Zu beachten ist jedoch
dass weiß die Farbe des Todes ist. Weiße Blumen
gehören daher NUR auf eine Beerdigung. Selbst Tische werden
selbst bei einer ungeraden Anzahl an Personen, um ein Gedeck
erweitert um wieder auf eine gerade Zahl zu gelangen.
Geld verschenkt man nur an Hochzeiten, Beerdigungen oder
zum chinesischen Neujahr an Kinder – stehst verpackt in einem
dazu passenden roten Umschlag.
Geschenke werden nicht im Beisein der Gäste ausgepackt,
da dies als neugierig gelten würde, was auch dazu führen
kann, dass diese zunächst abgelehnt werden. Bestehen Sie
dann darauf das Geschenk zu überreichen, damit es der
Beschenkte nach dem zweiten Anlauf ohne Gesichtsverlust annehmen
kann.
Kleidung:
Ganz gleich, zu welcher Jahreszeit Sie Hongkong
besuchen werden – eine Jacke oder einen Pollover sollten
Sie stehst dabei haben. Jeder geschlossene Raum, ganz gleich
ob Restaurant, Hotel oder Fähre verwandeln sich von Januar
bis Dezember dank aufgedrehter Klimaanlagen zu wahren Kühlschränken.
Wenn Sie ausgehen, sollten Sie sich schick, nicht aber unbedingt „overdressed“ anziehen.
Besonders in guten Restaurants kann eine zu legere Kleidung
schnell dazu führen eine etwas „schlechtere“ Bedienung
zu erhalten.
Am Strand können Sie ohne Bedenken Miniröcke oder
Bikini tragen, Nacktbaden ist dagegen absolut tabu, immerhin
ist es auch innerhalb der Familie oder an Schulen unvorstellbar
den Körper eines anderen zu sehen.
Trinkgeld
Eine feste Trinkgeldregelung gibt es eigentlich nicht und die
meisten Einwohner Hongkongs geben selbst nicht gerade üppige
Trinkgelder. Bei meinem ersten Besuch in Hongkong wurde ich
oft von Einheimischen darauf aufmerksam gemacht, dass das
von mir gegebene Trinkgeld eigentlich viel zu hoch sei.
Hotels berechnen manchmal 10% des Zimmerpreises für die
Bedienung und den Service. In manchen Restaurants kommt auf
den auf der Speisekarte ausgezeichneten Preis noch MwSt. sowie
10% für die Bedienung. Sollte dies nicht der Fall sein,
so ist ein Trinkgeld von 10% vollkommen ausreichend und angebracht.
Taxifahrten sind ohnehin sehr günstig in Hongkong. Ich
selbst bin gut damit gefahren, den Betrag einfach aufzurunden.
|