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Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt in Hongkong

Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt in Hongkong.
Deep Bay - Auch die am äußersten Nordwestzipfel der New Territories gelegene Bucht zählt zu den besten Vogelbeoachtungsplätzen Hongkongs.

Zwar ist die Artenvielfalt geringer als im benachbarten Naturschutzgebiet von Mai Po, dafür ist sie weitaus leichter zugänglich. Bei Flut hocken manche Vögel verschlafen an der Uferlinie. Zieht sich das Wasser zurück, werden sie aber schnell munter, denn dann sind die weiten Schlammzonen ein wahres Schlaraffenland für Watvögel, Enten, Seeschwalben und Möwen.

Deep Bay - Auch die am äußersten Nordwestzipfel der New Territories gelegene Bucht zählt zu den besten Vogelbeoachtungsplätzen Hongkongs.

Wie in Mai Po, so lohnt sich der Besuch auch in der Deep Bay vor allem während der Vogelzüge im Frühjahr und im Herbst, wenn die buntesten und exotischsten Vogelarten umherschwirren. Mitunter können dann bis zu 40 verschiedene Arten von Watvögel gesichtet werden. Einige davon findet man an anderen Plätzen der Welt nur mit viel Glück. Namen wie Kurzfuß-Wasserläufer oder Löffelstrandläufer verführen so manchen Ornithologen zu einem Zwischenstopp in Hongkong.

Deep Bay - Auch die am äußersten Nordwestzipfel der New Territories gelegene Bucht zählt zu den besten Vogelbeoachtungsplätzen Hongkongs.

Bei Ebbe bilden sich in der Deep Bay riesige Schlammflächen reich an organischen Stoffen, auf denen die Vögel zur Nahrungssuche ausschwärmen. Dann ist ihre Identifizierung relativ schwierig, da sie weit verstreut sind. Erst wenn die Flut kommt, und die Vögel immer mehr zur Küste gedrängt werden, beginnt für den Ornithologen der eigentliche Genuß. Die beste Sicht bietet sich am Küstenstreifen zwischen Lau Fau Shan und Tsim Bei Tsui; von dort führt ein Fußweg weiter Richtung Mai Po. Wer im Winter die Bucht bei Flut oder die Deichschleusen bei Ebbe mit dem Fernglas absucht, erspäht gelegentlich Haubentaucher, Kormorane, Mittelsäger und sogar Krauskopfpelikane. Obwohl Stammgast in der Bucht, gilt letzterer als seltene und vom Aussterben bedrohte Spezies. Graufischer dösen an den Tümpeln vor sich hin, tauchen höchstens ab und zu kopfüber ins Wasser, um nach einem Fisch zu schnappen. Krickenten, Pfeifenten, Brandgänse und andere Zwergtaucher ernähren sich lieber von den kleinen Lebewesen im frischen Schlamm; bei Ebbe bekommt man sie deshalb leichter zu Gesicht. Zahlreiche Lachmöwen buddeln sich ihre lebende Nahrung entweder aus dem nassen Sand oder schnappen sie gar anderen Vögeln weg. Sie sind die am weitesten verbreitete Möwengattung der Region - fast alle anderen kommen nur zum Überwintern hierher. Manchmal gesellen sich auch die größeren Silbermöwen zu ihnen.

Deep Bay - Auch die am äußersten Nordwestzipfel der New Territories gelegene Bucht zählt zu den besten Vogelbeoachtungsplätzen Hongkongs.

Stelzvögel in der Deep Bay
Als Geheimtip für Ornithologen gilt die Deep Bay vor allem wegen der zahl- und artenreichen Stelzvögel. Wer zum ersten Mal einen riesigen Zugvogelschwarm über sich hört, wird beeindruckt sein. Ausdauernde Vogelbeobachter, die möglichst viele verschiedene und vielleicht sogar ein paar besonders seltene Gattungen ausmachen wollen, werden für ihre Geduld fast immer belohnt. Ein Ausflug hierher zahlt sich das ganze Jahr über aus, denn die meisten Wasserläufer sind entweder Zugvögel, die im Frühjahr und Herbst vorbeikommen, oder Wintergäste, die sich hier von August bis April aufhalten. Für so manchen sieht zwar ein Stelzvogel aus wie der andere, doch die Gattungsvertreter in der Deep Bay sind selbst für den Laien relativ leicht auseinanderzuhalten. Entweder sind sie verhältnismäßig groß, haben ein auffallendes Gefieder oder eine markante Schnabelform, die sich im Laufe der Evolution an die jeweilige Art der Nahrungssuche angepasst hat. Den wohl eigenwilligsten Schnabel hat der winzige Löffelstrandläufer: Mit seiner spachtelförmigen Schnabelspitze kann er selbst die kleinsten Lebewesen aus dem schlammigen Sand filtern. Ebenso faszinierend ist es, den Terekwasserläufern zuzusehen, wie sie mit ihren langen aufwärtsgebogenen Schnäbeln nach allen Seiten schnappend über den Strand flitzen und ihre leuchtend gelben Beine dabei so weit nach hinten strecken, dass man nur darauf wartet, die quirligen Flitzer beim Haltmachen buchstäblich auf die Nase fallen zu sehen. Der Regenbrachvogel und der Große Brachvogel sind an ihren langen, nach unten gebogenen Schnäbeln zu erkennen; hingegen sind die - ebenfalls langen - Schnäbel von Uferschnepfen und Pfuhlschnepfen leicht nach oben gebogen. Dazwischen findet man jedoch auch jede Menge kleinerer Wasserläufer wie etwa Seeregenpfeifer und Wüstenregenpfeifer. Weitere häufig gesehene Strandgäste sind der Sichelstrandläufer, den man im Flug am weißen Bürzel erkennt, sowie der Rotkehlstrandläufer. Dunkelwasserläufer gehören während der Vogelzüge ebenfalls zu den regelmäßigen Besuchern der Deep Bay; ihr durchdringender "kjuik"-Schrei ist schon von weitem zu hören. Zu ihnen gesellen sich gelegentlich auch Rotschenkel und Grünschenkel. Eine Rarität ist der Kurzfuß-Wasserläufer, von dem sich alljährlich eine Handvoll hier blicken lässt. Er unterscheidet sich vom verbreiteteren Grünschenkel durch seine gelben Beine, die gelbe Schnabelunterseite und den Schwimmfuß. Ihn zu Gesicht zu bekommen, erfordert viel Geduld.

 
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