Im Mangrovendickicht, im Brackwasser und in
den Tümpeln, die sich nach der Flut bilden, wimmelt es
von Wasservögeln - zu den Stammgästen zählen
Ibisse, Reiher, Seeschwalben, Watt- und Eisvögel; sie
verblüffen nicht nur durch ihre Zahl, sondern vor allem
durch ihre Vielfalt. Wenn sich Zugvögel als Wintergäste
einstellen, kann man über 450 Arten zählen.

Fast das gesamte Sumpfland von Mai Po liegt in einem Naturschutzgebiet
unter der Verwaltung des World Wide Fund for Nature (Hongkong).
Zutrittsgenehmigungen müssen beim Director of Agriculture
and Fisheries Department (Canton Road Government Offices, 393
Canton Road, Kowloon) beantragt werden; die Mühe lohnt sich
auf jeden Fall.

Eine andere Möglichkeit sind die regelmäßig
von der Hong Kong Birdwatching Society veranstalteten Ausflüge.
Wer ohne vorherige Planung in diese Gegend kommt, dem bleiben
zumindest die Teiche an der Straße vom Dorf Mai Po bis
zum Parkeingang, an denen sich ebenfalls zahlreiche Vogelarten
munter tummeln.
Vergessen Sie jedoch bitte nicht, dass Sie sich im Grenzgebiet
zur Volksrepublik China bewegen, und befolgen Sie deshalb die
Anweisungen der Polizei, die hier stets mit illegalen Einwanderern
rechnet.

Es gibt viele hübsche Beobachtungsplätze in Mai
Po; ein Plankenweg führt außerdem in den Mangrovensumpf.
Das ganze Jahr hindurch wimmelt es an den Fischtümpeln
von Paddy-, Silber- und Seidenreihern, zwischen denen Schwarzmilane
herumflattern. Flussuferläufer stelzen durch den Schlamm
auf der Jagd nach Insekten und Würmern, Eisvögel
und Braunliste hocken auf Mangrovenzweigen und äugen nach
einer Mahlzeit; im Gebüsch rascheln Rotohrbülbüls,
Schwarzscheitelhäherlinge und Brillenvögel auf der
Suche nach Käfern und anderen Leckerbissen. Dajaldrosseln
mit ihrem auffälligen schwarz-weißen Federkleid
fühlen sich hingegen in offenem Gelände wohler.

Im Winter gesellen sich Blaukehlchen, Wendehälse, Spornpieper
und Watvögel dazu, die den schlammigen Boden rund um die
Tümpel nach Nahrung durchkämmen. Während der
Wanderzüge schnellt die Zahl der gefiederten Besucher
drastisch nach oben; nicht selten bekommt man an einem einzigen
Tag über 30 verschiedene Vogelarten zu Gesicht. Graubauch-Dickichtschnäpper,
Regenbrachvögel, Rothalsstrandläufer, Anadyr-Knutts
und Terekwasserläufer waten durch das seichte Gewässer. Über
ihnen turnen auf den Zweigen Raubsee-, Lachsee-, sowie Weißbartseeschwalben
und tauchen immer wieder kopfüber nach ihrer Beute. |