Diese immergrünen Bäume gehören
zu den wenigen Pflanzen, die auch im Salzwasser und in sauerstoffundurchlässigem,
aber nährstoffreichem Schlamm gedeihen. Aufgrund ihres
typischen, standortbedingten flachen Wurzelwerks finden die
Pflanzen im weichen Schlammboden ausreichend Halt, wobei die
sogenannten Atemwurzeln die im stickigen Schlamm andernfalls
nicht mögliche Sauerstoffversorgung gewährleisten.
Die waagrechten Wurzeln, aus denen senkrecht nach oben Seitenwurzeln
wachsen, sinken mit der Zeit immer tiefer in den Schlamm. Dadurch
wird dieser im Laufe der Jahrzehnte immer fester, bis er schließlich
trockenes Land bildet.
An den Küsten um Hongkong sind die Mangrovenwälder
durch den Einfluß des Menschen inzwischen deutlich zurückgegangen.
Man findet sie heute noch in den Sumpfgebieten um Deep Bay
und Mai Po. An den Küsten des Südchinesischen Meeres
wachsen an die 30 Mangrovenarten. Dabei ist jede Art an ihre
spezifische Umgebung - Salzwasser oder Süßwasser,
Dauer des "Luftholens" bei Ebbe usw. - genauestens
angepasst.
Das dichtverfilzte Wurzelgestrüpp bietet zahlreichen Fischen
und Krabbentieren einen sicheren Zufluchtsort. Auf der Wasseroberfläche
tummelt sich der lustige Schlammspringer, der auch im nassen
Sand herumhüpfen kann, sowie Winkerkrabben, bei denen
die Männchen an ihren leuchtend bunten Scheren zu erkennen
sind. Die Mangroven sind auch ein bevorzugter Laichplatz von
Tiefseefischen; die Zerstörung der Mangrovensümpfe
würde also nicht nur eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt
auslöschen, sondern sich auch gravierend auf die Fischfangerträge
auswirken.
In den Mangrovenwäldern tummeln sich auch zahlreiche Vogelarten:
Im Gebüsch stöbern Brillenvögel nach Nahrung,
Wasserläufer wie der Seeregenpfeifer und der Rotkehlstrandläufer
picken im Schlamm nach Weichtieren. Braunlieste kauern auf
den Zweigen am Wasser und lauern auf ihre Beute - Fische und
Krebstiere. Tagsüber stelzen Silber- und Seidenreiher
durch das Wasser, nach Einbruch der Dunkelheit werden sie von
den Nachtreihern abgelöst. |