Aus dem kleinen Fischerhafen ist mittlerweile
eine moderne Stadt geworden. Doch nach wie vor ist der Fischfang
wichtigste
Einkommensquelle der Bewohner und im betriebsamen Hafen, dem
wichtigsten Fischereihafen Hongkongs, laufen ständig Hochseekutter
ein und aus. Aberdeen war einmal Zentrum der Hausbootbewohner,
der Hafen wimmelte nur so von Booten. Heute liegen hier nur
noch wenige Dschunken, die Regierung hat die Hausbootbewohner
in die Hochhäuser auf die gegenüberliegende Insel
Ap Lei Chau umgesiedelt. Noch findet man Frauen, die Touristen
in ihren Sampans für rund 60 HK$ durch das Hafengebiet
fahren. Zum Chinesischen Neujahrsfest wird das Treiben aber
bunt wie eh und je sein - dann kommen alle Boote festlich geschmückt,
für fünf Tage nach Aberdeen.

Aberdeen ist berühmt für seine Schwimmenden Restaurants.
Aberdeen Main Pier und Shum Wan Ferry Pier sind die Abfahrtsstellen
der Zubringerboote zu den Restaurants Sea Palace, Jumbo und
Tai Pak; sie liegen dicht beim vornehmen Jachthafen von Aberdeen.
 Der Tin Hau Temple in Aberdeen ist der Göttin des Himmels
und Schutzpatronin der Seefahrer geweiht. Als er 1851 erbaut
wurde, lag er am Ufer; inzwischen ist er aber durch Landgewinnung
ins neue Wohn- und Geschäftszentrum gerückt. Sein
Dach ist mit Keramikfiguren verziert, rechts und links des
Eingangs stehen große gusseiserne Glocken; die eine stammt
von 1726 und wurde angeblich im Meer gefunden, die andere kam
1851 dazu. Die Göttin thront auf dem Altar, eingerahmt
von zwei lebensgroßen Generälen; der eine kann gut
hören, der andere gut sehen. Die Tempelanlage mit mehreren
kleinen rauchgeschwärzten Gebäuden ist traditionelle
Gebetsstätte der Fischer. Am 23. Tag des dritten Mondmonats
feiert die Schutzgöttin ihren Geburtstag; die Fischer
opfern ihr und bitten sie um Schutz. Neben den Fischerfamilien
behaupten sich in Aberdeen auch chinesische Kräuterheilkundige;
die traditionellen Arzneimittel gibt es nicht nur in Läden,
sondern werden auch von den zahlreichen Straßenhändlern
verkauft

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