
  |
 |
Hongkong, die bewohnten Inseln - Lantau
Lantau ist die größte der 235 Inseln, mit 142 km² fast
doppelt so groß wie die Insel Hongkong, zählt jedoch
nur 20000 Einwohner. Die mit ihren Bergen, Tälern, Stränden,
ruhigen Klöstern und alten chinesischen Festungen reizvolle
Insel erschließt man sich am besten zu Fuß auf den
gut ausgeschilderten Wanderwegen.
|
Auf Lantau fanden Archäologen Keramiken
aus dem späten Neolithikum und aus der Bronzezeit, die
eine Besiedelung der Insel um 2500 v. Chr. Belegen. 1279 fand
der letzte Kaiser der Sung-Dynastie, noch ein Kind, auf der
Flucht vor den Mongolen auf Lantau den Tod.

Die Fähre braucht 1 1/4 Stunden bis zur Silvermine Bay.
Vom Pier fahren Busse nach Tai O, Tung Chung und zum Kloster
Po Lin; es gibt auch einen Taxi-Service, mit dem man aber nicht
zum Kloster kommt.

An der Silvermine Bay liegt der kleine Badeort Mui Wo mit
einem hübschen Markt und Fischrestaurants. Der schönste
Sandstrand der Insel ist der von Cheung Sha, gleich hinter
Pui O an der Südküste.
 Das Po Lin Monastery, das "Kloster des kostbaren Lotos",
wurde 1905 gegründet. Hongkongs bedeutendste buddhistische
Anlage liegt auf 750 m Höhe am Hang des Lantau Peak, den
die Chinesen Fung Wong Shan, "Berg des Phönix" nennen.
Alle zwei Jahre pilgern buddhistische Mönche aus ganz
Südostasien hierher, um zu meditieren oder Studien zu
betreiben. Der heutige Gebäudekomplex mit seiner pompösen
Architektur entstand 1970; besonders auffällig sind die
Marmorterrassen und die leuchtend gelben Dachziegel. Der Tempel
ist den Drei Großartigen Buddhas - Sakyamuni, dem Begründer
des Buddhismus, Yao Shi Fo, dem Medizin-Buddha und Amitabha,
dem Herrn des Westlichen Paradieses - gewidmet. Im Restaurant
können sich die Abertausende von Besuchern, die allwöchentlich
zum Tempel strömen, mit einfachen vegetarischen Gerichten
stärken. Neben Spenden wird das Kloster mit dem Erlös
des Restaurants finanziert. Ein 35 m hoher Bronze-Buddha blickt
von einer Anhöhe auf das Kloster herab; sein Sockel in
Lotosblütenform hat einen Umfang von 50 m und birgt ein
Museum. Touristen können im Kloster auch übernachten
und den 934 m hohen Lantau Peak besteigen, um vom Gipfel den
Sonnenuntergang zu erleben. Hinter dem Kloster erstreckt sich
Hongkongs einzige Teeplantage, auf der Sie verschiedene Teesorten
probieren können. Die 2000 Einwohner von Tai O leben vorwiegend
vom Fischfang und dem Verkauf von Trockenfisch. An die Salzgewinnung,
die hier vor 200 Jahren ihre Blütezeit erlebte, erinnern
nur noch die ausgetrockneten Verdunstungspfannen.
 Entlang der Bucht ziehen sich die malerischen Stelzenhäuser
der Fischer. Die schmale Market Street führt Sie zum Kwan
Tai Temple (18. Jahrhundert) und zum Hau Wong Temple (17. Jahrhundert).
Hau Wong ist der einstige Minister Yang Liang Chieh, der Lieblings-Leibwächter
des letzten Kaisers der Sung-Dynastie war; ihm zu Ehren wird
alljährlich im Juli ein Fest gefeiert.
Das chinesische Fort bei Tung Chung wurde 1817 auf Veranlassung
des Vizekönigs von Kanton errichtet. Seine Kanonen sollten
nicht nur Piraten abwehren, sondern auch die chinesischen Handelswege
vor den allzu begierigen Europäern schützen. Das
Fort wurde restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Auf
der Klippe über der Anlegestelle der Fähre und der
Bucht liegen die Ruinen der Tung Chung Battery, die laut chinesischen
Geschichtsbüchern Teil der Küstenbefestigung war. |