Die von Bäumen gesäumte Nathan Road
durchzieht es als Hauptachse vom Hafen bis zur Boundary Street,
der "Grenze" zwischen Kowloon und den New Territories.
Benannt wurde sie nach Sir Matthew Nathan, Gouverneur von 1904
- 1907, der sich für den Bau der Straße, den man
Anfang dieses Jahrhunderts für überflüssig hielt,
leidenschaftlich eingesetzt hatte. Die Entwicklung gab ihm
recht: Heute ist sie als "Golden Mile" bekannt -
die Einkaufsmöglichkeiten sind schier grenzenlos. Abseits
der Nathan Road verläuft ein Gewirr von schmalen Querstraßen,
in denen grellleuchtende englische und chinesische Ladenschilder
miteinander konkurrieren. Hier finden Sie wirklich alles, was
Ihr Herz begehrt.

Ein riesiger Shopping- und Hotelkomplex erstreckt sich entlang
der Canton Road, die parallel zur Nathan Road an der Westküste
verläuft: Harbour City reicht vom Ocean Terminal bis zum
China Ferry Terminal. Nach Norden schließt sich China
Harbour City mit dem neuen Royal Pacific Hotel an.

An der Salisbury Road, die sich an der Süd- und Ostküste
entlangzieht, wurde 1989 das Hong Kong Cultural Centre von
Prinz Charles und Prinzessin Diana feierlich eröffnet.
Das Kulturzentrum beherbergt eine Konzerthalle für 6000
Zuhörer, ein großes und ein kleines Theater sowie
sechs Galerien. Die Bauherren mussten übrigens viel Kritik über
sich ergehen lassen: Man könnte einen herrlichen Blick über
den Hafen und auf die Insel Hongkong haben - wenn es Fenster
gäbe! Vom Bahnhof, der sich einst auf diesem Gelände
befand, ist nur noch der Clock Tower zwischen Kulturzentrum
und Star Ferry Pier erhalten. Ab November 1991 ist das Hong
Kong Museum of Art dem Kulturzentrum angeschlossen; die Sammlungen
chinesischer Kunst von der Klassik bis zur zeitgenössischen
Kunst Hongkongs umfassen Gemälde, Kalligraphien, Keramiken,
Bronzen, Jade, Wandteppiche u.a.; das ganze Jahr über
werden Sonderausstellungen veranstaltet. Östlich des Kulturkomplexes
wölbt sich die Kuppel des Planetariums, das zum Space
Museum gehört; modernste Technik versetzt Sie im "Himmelstheater" effektvoll
ins All.

Gegenüber dem Space Museum erhebt sich majestätisch
ein Wahrzeichen Kowloons: Das 1925 im Kolonialstil erbaute
Peninsula Hotel sollte Reisende aus aller Welt aufnehmen, wurde
jedoch im Krisenjahr 1925, als in Hongkong zu einem Generalstreik
und zum Boykott britischer Waren aufgerufen wurde, von der
Regierung beschlagnahmt. So wurde das Hotel erst 1928 offiziell
eingeweiht, um wenig später von der japanischen Besatzungsmacht
erneut konfisziert zu werden.
 Gouverneur Sir Mark Young verkündete den Japanern 1941
vor dem Hotel die Kapitulation. Die in weiß und gold
gehaltene Lobby war und ist Treffpunkt von Managern und Politikern.
Schlendern Sie entlang der Salisbury Road und genießen
Sie die großartige Aussicht auf den Victoria Harbour
mit dem Gewimmel von Fähren, Jachten, Dschunken, Schleppern,
Leichtern, Tragflügelbooten und in Museen umgewandelten
Kriegsschiffen. Atemberaubend ist der Blick vor allem nachts,
wenn das Lichtermeer der Insel Hongkong funkelt.

Das jüngste Touristenzentrum Kowloons ist East Tsim Sha
Tsui; dort haben sich viele neue Hotels niedergelassen, u.
a. Shangri-La, Regal Meridien, Royal Garden, Holiday Inn Harbour
View und Nikko; Restaurants und Geschäfte folgten. Nordöstlich
entstand der neue Bahnhof Hung Hom, von dem die Züge Richtung
Volksrepublik China abfahren. Daneben erstreckt sich das Coliseum,
in dem Großveranstaltungen stattfinden; 12500 Zuschauer
fasst es. Gegenüber dem Bahnhof studieren angehende Techniker
in den Hong Kong Polytechnics. Unmittelbar anschließend
entsteht das Museum of Science and Technology, das Museum für
Wissenschaft und Technik. Nördlich des Bahnhofs fahren
am Hung Hom Ferry Pier Fähren zur Insel Hongkong ab.

Eine Oase der Ruhe mitten im geschäftigten Kowloon ist
der 14 ha große Kowloon Park; eine Besonderheit ist der
Sculpture Walk, der nachts effektvoll beleuchtet ist. In einem
Kolonialbau fand das Museum of History, das die Geschichte
Hongkongs erläutert, ein Zuhause. Wechselausstellungen
befassen sich mit Themen wie traditionellem Dorfleben, Fischfang,
Hochzeitsbräuchen und Archäologie. In der Südostecke
des Parks erhebt sich der Marmorbau der Jamia Masjid, von einer
Kuppel gekrönt und von Minaretten flankiert; die erste
Moschee an dieser Stelle entstand schon 1856. Kleinere Gruppen
können die Moschee nach telefonischer Voranmeldung besichtigen;
größere Gruppen nur nach schriftlicher Anmeldung.
Angeschlossen ist das Islamic Centre.
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