Zur Erkundung von Yau Ma Tai fahren Sie am besten
mit der MTR bis zur Jordan Road. In der Shanghai Street und
in der Canton Road, nördlich der Jordan Road, reiht sich
Laden an Laden. Hier kaufen die Chinesen ein: Schlangen, Räucherstäbchen
und anderes, was sie für den Tempel brauchen, Mahjong-Spiele,
Hochzeitsgewänder... Folgen Sie der Canton Road nach Norden
und überqueren die Kansu Street, erreichen Sie den Jade
Market. Täglich wird hier kräftig um Jade gehandelt
- vom Rohling bis zum Schmuckstück ist alles zu haben.
Schon Konfuzius rühmte den bei Chinesen hochgeschätzten
Jadestein: "Er ist weich, glatt und leuchtet wie die Güte;
er ist hart, schön und stark wie die Intelligenz; seine
Kanten scheinen zwar scharf, doch nicht verletzend - wie die
Gerechtigkeit; bei einem Schlag gibt er einen klaren, klingenden
Ton von sich, wie klangvolle Musik; die Flecken auf seiner
Oberfläche, die nicht verheimlicht werden und seine Schönheit
nur unterstreichen, sind wie die Ehrlichkeit; sein Strahlen
ist wie der Himmel, seine feste Substanz, geboren aus den Bergen
und dem Wasser, ist wie die Erde..."
 Nicht weit entfernt liegt an der Public Square Street der
Tin Hau Temple. Als er vor rund 120 Jahren erbaut wurde, lag
er am Meer; das gesamte westliche Land wurde im Laufe der Zeit
dem Meer abgerungen. Die Haupthalle ist der Schutzgöttin
der Fischer geweiht, die vier Nebenhallen dem Stadtgott, dem
Gott der Erde, der Göttin der Barmherzigkeit und dem Gott
der Gerechtigkeit. Die 60 in rotes Papier gehüllten Götter
an der Rückwand einer Halle repräsentieren den chinesischen
Jahreszyklus. Im Tempel herrscht ein ständiges Kommen
und Gehen frommer Gläubiger. Im Yau Ma Tai Typhoon Shelter
an der Ferry Street (MTR-Station Yau Ma Tai) leben zahlreiche
Hoklos und Tankas (Nachkommen der Urbevölkerung) auf Hausbooten.
Sie pflegen ihre eigenen Dialekte, Sitten und Gebräuche
und fischen traditionell vor der südchinesischen Küste.
Die Gemeinschaft der Hausbootbewohner hat ein eigenes Krankenhaus
und eine Schule, versorgt wird sie von Sampan-Händlern.
Inzwischen arbeiten aber viele an Land und warten begierig
darauf, dass sie die Regierung in einer der neuen Wohnsiedlungen
unterbringt. An den Kais werden den ganzen Tag Leichter und
Dschunken be- und entladen.
In den Straßen östlich der Ferry Street (südlich
der Waterloo Road) können sie vielen Holzschnitzern bei
der Arbeit zusehen.

Abends lohnt sich ein Besuch in Yau Ma Tai wegen des Temple
Street Market. Die Temple Street verläuft wenig westlich
parallel zur Shanghai Street. Zwischen 19 und 23 Uhr können
auf dem bunten Nachtmarkt vor allem die Herren günstig
Kleidung erstehen. (Damen werden eher am Lady´s Market
in Mong Kok fündig.) Wer neugierig ist, kann sich die
Zukunft voraussagen lassen. Und wer Hunger bekommen hat, stärke
sich an einer der vielen Garküchen.
 Eine der kuriosen Sehenswürdigkeiten Hongkongs liegt
im Viertel Mong Kok (MTR-Station Mong Kok): Am Bird Market
in der Hong Lok Street zwitschern und trällern Hunderte
von kostbaren Singvögeln, die in kunstvollen Käfigen
auf Käufer warten; achten Sie auch auf die schönen
Futternäpfchen aus Porzellan.
 Im nicht weit entfernten Wan Loy Teahouse (Shanghai Street
Ecke Soy Street) schlürfen die Vogelliebhaber ihren Morgentee
und lassen sich dabei vom Gesang ihrer Lieblinge unterhalten,
die in den Käfigen an Bambusstangen aufgehängt werden.
Nördlich des Vogelmarktes lockt in der Tung Choi Street
der Lady´s Market vor allem die Damenwelt an. Neben Kleidung
werden auch Uhren, Schuhe und Schmuck verkauft. |