Hong Kong - City of Live!
Hongkong Tagebuch 2003

Tagebuch einer Hongkongreise 2003

Straße in Kowloon

16.12.2003

Ich bin da - Hongkong

Nach über 10 Stunden Flug und über 9.000 Kilometern bin ich endlich gelandet. Ein unangenehmer Flug, da die Sitze für einen so langen Flug viel zu klein sind, und das Filmangebot bis auf einen Film nur auf Englisch ist.

Jetzt heißt es durch die Grenzkontrolle und Koffer holen. Bei der Einreise werde ich wie jeder Fluggast kritisch beäugt und die Einreisepapiere, die ich zum Glück bereits im Flugzeug ausgefüllt habe kontrolliert. Natürlich bin ich nur ganz privat hier - alles andere würde auch nur Fragen aufwerfen, die die ganze Angelegenheit unnötig verzögern würde. Noch ein kritischer Blick, und ich habe den Stempel für meine Einreise in meinem Pass.

Anflug auf den Flughafen Hongkong

Mit dem Koffer dauert es ein wenig ... Es ist warm und das Förderband dreht sich ohne einen Koffer. Endlich - die ersten Koffer werden ausgespuckt und wie erwartet ist meiner natürlich nicht unter den Ersten. Dann ist er da. Schnell den Koffer mit dem Handgepäck auf einen Wagen und raus. Die Sucht nach einer Zigarette ruft laut und deutlich - immerhin habe ich seit knapp 12 Stunden keine Zigarette mehr geraucht und das, obwohl ich durch den zollfreien Einkauf im Flugzeug mehr als genug davon habe.

Kaum bin ich durch die letzte Türe erwarten mich hunderte von Augenpaaren - alle wollen jemanden abholen - nur auf mich scheint keiner zu warten, obwohl der Reiseveranstalter dies doch zugesichert hat. Nun ja, dann doch erst einmal rauchen. Jetzt bekomme ich den ersten Eindruck von Hongkong - raucherunfreundlich ...

Ich sehe überhall Schilder, dass das Rauchen nicht gestattet ist und wer es dennoch macht eine Strafe in Höhe von 5.000 HKD (Hongkong Dollar) zu zahlen hätte. Bei dem derzeitige Umrechnungskurs erscheint mir eine Strafe von umgerechnet rund 500 Euro doch etwas zu hoch zu sein und ich mache mich auf die Suche nach einer Möglichkeit ganz legal rauchen zu können. Die einzige Möglichkeit - die Raucherlobby. Man hat das Gefühl in einem Raucherabteil der Deutschen Bahn zu sitzen - in einem welches schon seit Wochen nicht mehr gelüftet wurde ... Egal - da muss ich durch.

Es hat sich gelohnt zu rauchen (was man aus gesundheitlicher Sicht nicht sagen sollte) - immerhin ist jetzt jemand in der Menge, der wartend mit einem Schild auf dem mein Name steht, sichtlich suchen nach mir Ausschau hält. Freundlich und überaus glücklich mich doch noch gefunden zu haben erklärt er mir, dass er mich zum Hotel bringen würde und die Formalitäten des Eincheckens im Hotel auch für mich erledigen würde.

Da ich während meines Aufenthaltes auch nach Süd-China reisen möchte, frage ich den netten Herrn mit dem angeblichen Namen "Peter" (passt einfach nicht für einen Chinesen) wie ich dieses am schnellsten bekomme - immerhin wollte ich mir dieses am Flughafen besorgen. Auch dies würde er für mich regeln, so die Auskunft.

Die Fahrt zum Hotel beschert dem Besucher Hongkongs reichhaltige Eindrücke - alles ist eben ein "klein wenig" größer als in Deutschland - und das, obwohl Hongkong doch eigentlich mit etwas über 1100 qkm nicht besonders groß ist.

Im Hotel geht alles ganz schnell - dank Peter. Kaum habe ich meinen Zimmerschlüssel in Form einer Codekarte will er mit mir auch schon zur Visa-Stelle. Ich kann ihn gerade noch davon überzeugen mich kurz auf das Zimmer zu lassen. Immerhin möchte ich doch sehen, wo ich die nächsten Nächte verbringen werde und zudem möchte ich meine Wertsachen ganz gerne auf das Zimmer bringen.

Auch das Visum regelt sich schnell - ich könne es am Freitag abholen. Wollte ich es schneller, würde es etwas mehr kosten. Kaum sind wir aus der Visa-Stelle raus, verabschiedet sich auch Peter schon. Er drückt mir einen Stadtplan in die Hand und ist weg. Zum Glück ist der Weg zum Hotel nur 5 Minuten und die Strecke war leicht zu merken.


Stadtplan Hongkong © hot-maps

Im Hotel die zweite Sucht - das Notebook muss so schnell wie möglich ans Netz. Da das Hotel über einen kostenlosen Internetzugang verfügt, dürfte dies ja kein Problem sein ... wenn man einen Reiseadapter für den Netzstecker hat, der passt ...

Das Hotel scheint einen guten Service zu haben, denn der Adapter ist nach 2 Minuten da. Ich schließe alles an und bin glücklich (so schnell kann man jemanden glücklich machen der mit und von einem PC lebt).

Jetzt merke ich, dass mich die Reise doch mitgenommen hat. Es ist früher morgen in HK, aber in Deutschland wäre es jetzt kurz nach Mitternacht. Ich bin müde, verschwitzt und aufgedreht. Es wird wohl besser sein erst einmal eine Dusche zu nehmen um anschließend eine Runde um den Block zu machen um die notwendige Bettschwere zu erhalten ...

Erste Eindrücke
Frisch geduscht und wieder Mensch, schnappe ich mir den Stadtplan von Peter und möchte die nähere Umgebung um das Hotel erkunden. Immerhin möchte man ja auch wissen, wo man sich genau befindet und was der Stadtteil einem bietet.

Irgendwo habe ich einmal gelesen: „In Hongkong gibt es alles, nur es ist es dann größer, schneller oder ausgeprägter". In den kommenden zwei Stunden sollte ich erfahren dass dies absolut der Wahrheit entspricht.

An den Linksverkehr von den Briten hat man sich schnell gewöhnt, vor allem dann wenn man fast von einem Doppeldecker mit viel zu hoher Geschwindigkeit erfasst wird. Ok, sehen wir also immer schön nach links und dann nach rechts wenn wir eine Straße überqueren wollen – oder wir nehmen entgegen unserer deutschen Manier doch lieber die Fußgängerampeln wie es mir die Einheimischen vormachen. Sie werden dies sicherlich nicht ganz ohne Grund tun … Leicht fällt einem dies auf jeden Fall – immhin hört man das Ampelsignal ja auch. Ja, es scheint als seien die Einwohner morgens immer etwas verschlafen, zumindest hat man ein monotones klacken solange es rot ist und ein hektisches weckerklingelndes Geräusch wenn es auf grün umschaltet.

Hektisch ist HK ohnehin. Menschen, Autos, LKWs und Busse rasen durch die Straßen wenn sie nicht mal wieder im Stau oder vor einer roten Ampel stehen. Es geht zu wie in einem Bienenstock, bei dem das Summen durch ein Stimmengewirr und klingelnden Handys ersetz wurde.

Bunt ist es – farbig, ja an manchen Stellen schon fast schmerzhaft für die Augen wenn man das Zusammenspiel der Farben und Leutreklamen mit deutschen Maßstäben oder Augen sieht. Bedenkt man deutsche Verordnungen wie und wo eine Reklame angebracht werden darf und wo nicht, so hätte ein einzelner deutscher Beamter allein auf 100 Metern für einen Monat Arbeit wenn er diese bemängeln würde.

Bedenkt man, dass 95% der Befölkerung chinesen sind, ist es nicht verwunderlich dass man als blonder Mensch ein wenig auffällt – vor allem den mir zwielichtigen Gestalten indischer Herkunft die mir an jeder Ecke gefälschte Uhren oder einen neuen Anzug verkaufen wollen.

Die U-Bahn ist billig, sauber, sicher und verkehrt alle paar Minuten. Was will man mehr von einem öffentlichen Verkehrsmittel, welches durch Busse, Straßenbahnen und günstige Taxipreise unterstützt wird.

Sauber ist es. Kein Wunder wenn das Rauchen einer Zigarette am falschen Platz (und das ist man in HK eigentlich immer) schon mit $1.500 bis $5.000 bestraft wird. Das Essen und trinken in öffentlichen Verkehrmitteln und öffentlichen Einrichtungen ist ebenfalls teuer, den Preis für die Mahlzeit oder das Getränk einmal nicht mitgerechnet. Die höchste Strafe die mir in unübersehbaren Buchstaben und chinesischen Schriftzeichen ins Auge sprank waren $15.000. Vielleicht habe ich aufgrund des Preises vor Schock ganz vergessen was ich da nicht durfte. Gefegt, gekehrt und geputzt wird an jeder Ecke. Da wird einem schnell klar warum es hier keiner Kehrwoche bedarf. Zumindest ist HK die sauberste Stadt in der ich jeh war.

Honkong ist sauber - sicherlich auch durch die enormen Strafen

Der Geräuschpegel der an Hauptstraßen noch von Fahrzeugen und Ampeln domminiert wird, ist in Seitenstraßen nicht unbedingt niedriger. Sind Läden oder gar ein Markt in der Nähe, erlebt man wie lautstark freundliche Stimmen sein können – zur Not mit moderner Verstärkertechnik und Headsets wie wir es nur aus dem Fernsehen nur von Stars und Sternchen kennen.


Stadtplan Hongkong © hot-maps

Oasen der Stille gibt es viele in dieser Stadt, auch wenn man dies zuerst nicht glauben mag. Parks gibt es viele und zumdem auch noch sehr gepflegte. Kein Wunder dass hier viele Menschen Ihre Pausen oder gar das ganze Wochenende verbringen.


Foto: Kowloon Park

Weihnachten wird in HK nicht gefeiert, aber Weihnachtsmusik die bei uns besinnlich in Kaufhäusern dudelt wird hier zum Teil ohrenbetäubend laut abgespielt – und sei es nur um einmal mehr eine superlative zu erzielen.

Essen und trinken kann man in HK nahezu an jeder Ecke. Zugegeben wollte ich am ersten Tag keine Selbstversuche wegen mangelnder chinesisch Kenntnisse eingehen (es hätte ja auch einem früher gesagt werden können dass im Lokal die Karte in der Regel auch auf englisch zu haben ist). Der westliche Besucher wird es daher zu schätzen wissen, dass es in HK genauso auch Spaghetti und Pizza gibt. McDonalds gibt es so oder so genauso oft wie bei uns. Bedenkt man dass hier wesentlich mehr Menschen pro qkm leben könnte man fast meinen die Einheimischen ernähren sich nur davon. Fastfoodkette findet man in maximal 20 Gehminuten von einander entfernt.

 




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