Jetzt heißt es durch die Grenzkontrolle
und Koffer holen. Bei der Einreise werde ich wie jeder Fluggast
kritisch beäugt und die Einreisepapiere, die ich zum Glück
bereits im Flugzeug ausgefüllt habe kontrolliert. Natürlich
bin ich nur ganz privat hier - alles andere würde auch
nur Fragen aufwerfen, die die ganze Angelegenheit unnötig
verzögern würde. Noch ein kritischer Blick, und ich
habe den Stempel für meine Einreise in meinem Pass.

Mit dem Koffer dauert es ein wenig ... Es ist warm und das
Förderband dreht sich ohne einen Koffer. Endlich - die
ersten Koffer werden ausgespuckt und wie erwartet ist meiner
natürlich nicht unter den Ersten.
Dann ist er da. Schnell den Koffer mit dem Handgepäck auf einen
Wagen und raus. Die Sucht nach einer Zigarette ruft laut und deutlich
- immerhin habe ich seit knapp 12 Stunden keine Zigarette mehr geraucht
und das, obwohl ich durch den zollfreien Einkauf im Flugzeug mehr als
genug davon habe.
Kaum bin ich durch die letzte Türe erwarten mich hunderte
von Augenpaaren - alle wollen jemanden abholen - nur auf
mich scheint keiner zu warten, obwohl der Reiseveranstalter
dies doch zugesichert hat. Nun ja, dann doch erst einmal
rauchen. Jetzt bekomme ich den ersten Eindruck von Hongkong
- raucherunfreundlich ...
Ich sehe überhall Schilder, dass das Rauchen nicht
gestattet ist und wer es dennoch macht eine Strafe in Höhe
von 5.000 HKD (Hongkong Dollar) zu zahlen hätte. Bei
dem derzeitige Umrechnungskurs erscheint mir eine Strafe
von umgerechnet rund 500 Euro doch etwas zu hoch zu sein
und ich mache mich auf die Suche nach einer Möglichkeit
ganz legal rauchen zu können. Die einzige Möglichkeit
- die Raucherlobby. Man hat das Gefühl in einem Raucherabteil
der Deutschen Bahn zu sitzen - in einem welches schon seit
Wochen nicht mehr gelüftet wurde ... Egal - da muss
ich durch.
Es hat sich gelohnt zu rauchen (was man aus gesundheitlicher
Sicht nicht sagen sollte) - immerhin ist jetzt jemand in
der Menge, der wartend mit einem Schild auf dem mein Name
steht, sichtlich suchen nach mir Ausschau hält. Freundlich
und überaus glücklich mich doch noch gefunden zu
haben erklärt er mir, dass er mich zum Hotel bringen
würde und die Formalitäten des Eincheckens im Hotel
auch für mich erledigen würde.
Da ich während meines Aufenthaltes auch nach Süd-China
reisen möchte, frage ich den netten Herrn mit dem angeblichen
Namen "Peter" (passt einfach nicht für einen
Chinesen) wie ich dieses am schnellsten bekomme - immerhin
wollte ich mir dieses am Flughafen besorgen. Auch dies würde
er für mich regeln, so die Auskunft.
Die Fahrt zum Hotel beschert dem Besucher Hongkongs reichhaltige
Eindrücke - alles ist eben ein "klein wenig" größer
als in Deutschland - und das, obwohl Hongkong doch eigentlich
mit etwas über 1100 qkm nicht besonders groß ist.
Im Hotel geht alles ganz schnell - dank Peter. Kaum habe
ich meinen Zimmerschlüssel in Form einer Codekarte will
er mit mir auch schon zur Visa-Stelle. Ich kann ihn gerade
noch davon überzeugen mich kurz auf das Zimmer zu lassen.
Immerhin möchte ich doch sehen, wo ich die nächsten
Nächte verbringen werde und zudem möchte ich meine
Wertsachen ganz gerne auf das Zimmer bringen.
Auch das Visum regelt sich schnell - ich könne es am
Freitag abholen. Wollte ich es schneller, würde es etwas
mehr kosten. Kaum sind wir aus der Visa-Stelle raus, verabschiedet
sich auch Peter schon. Er drückt mir einen Stadtplan
in die Hand und ist weg. Zum Glück ist der Weg zum Hotel
nur 5 Minuten und die Strecke war leicht zu merken.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Im Hotel die zweite Sucht - das Notebook muss so schnell
wie möglich ans Netz. Da das Hotel über einen kostenlosen
Internetzugang verfügt, dürfte dies ja kein Problem
sein ... wenn man einen Reiseadapter für den Netzstecker
hat, der passt ...
Das Hotel scheint einen guten Service zu haben, denn der
Adapter ist nach 2 Minuten da. Ich schließe alles an
und bin glücklich (so schnell kann man jemanden glücklich
machen der mit und von einem PC lebt).
Jetzt merke ich, dass mich die Reise doch mitgenommen hat.
Es ist früher morgen in HK, aber in Deutschland wäre
es jetzt kurz nach Mitternacht. Ich bin müde, verschwitzt
und aufgedreht. Es wird wohl besser sein erst einmal eine
Dusche zu nehmen um anschließend eine Runde um den
Block zu machen um die notwendige Bettschwere zu erhalten
...
Erste Eindrücke
Frisch geduscht und wieder Mensch, schnappe ich mir den Stadtplan von
Peter und möchte die nähere Umgebung um das Hotel erkunden.
Immerhin möchte man ja auch wissen, wo man sich genau befindet
und was der Stadtteil einem bietet.
Irgendwo habe ich einmal gelesen: „In Hongkong gibt
es alles, nur es ist es dann größer, schneller
oder ausgeprägter". In den kommenden zwei Stunden
sollte ich erfahren dass dies absolut der Wahrheit entspricht.
An den Linksverkehr von den Briten hat man sich schnell
gewöhnt, vor allem dann wenn man fast von einem Doppeldecker
mit viel zu hoher Geschwindigkeit erfasst wird. Ok, sehen
wir also immer schön nach links und dann nach rechts
wenn wir eine Straße überqueren wollen – oder
wir nehmen entgegen unserer deutschen Manier doch lieber
die Fußgängerampeln wie es mir die Einheimischen
vormachen. Sie werden dies sicherlich nicht ganz ohne Grund
tun … Leicht fällt einem dies auf jeden Fall – immhin
hört man das Ampelsignal ja auch. Ja, es scheint als
seien die Einwohner morgens immer etwas verschlafen, zumindest
hat man ein monotones klacken solange es rot ist und ein
hektisches weckerklingelndes Geräusch wenn es auf grün
umschaltet.
Hektisch ist HK ohnehin. Menschen, Autos, LKWs und Busse
rasen durch die Straßen wenn sie nicht mal wieder im
Stau oder vor einer roten Ampel stehen. Es geht zu wie in
einem Bienenstock, bei dem das Summen durch ein Stimmengewirr
und klingelnden Handys ersetz wurde.
Bunt ist es – farbig, ja an manchen Stellen schon
fast schmerzhaft für die Augen wenn man das Zusammenspiel
der Farben und Leutreklamen mit deutschen Maßstäben
oder Augen sieht. Bedenkt man deutsche Verordnungen wie und
wo eine Reklame angebracht werden darf und wo nicht, so hätte
ein einzelner deutscher Beamter allein auf 100 Metern für
einen Monat Arbeit wenn er diese bemängeln würde.
Bedenkt man, dass 95% der Befölkerung chinesen sind,
ist es nicht verwunderlich dass man als blonder Mensch ein
wenig auffällt – vor allem den mir zwielichtigen
Gestalten indischer Herkunft die mir an jeder Ecke gefälschte
Uhren oder einen neuen Anzug verkaufen wollen.
Die U-Bahn ist billig, sauber, sicher und verkehrt alle
paar Minuten. Was will man mehr von einem öffentlichen
Verkehrsmittel, welches durch Busse, Straßenbahnen
und günstige Taxipreise unterstützt wird.
Sauber ist es. Kein Wunder wenn das Rauchen einer Zigarette
am falschen Platz (und das ist man in HK eigentlich immer)
schon mit $1.500 bis $5.000 bestraft wird. Das Essen und
trinken in öffentlichen Verkehrmitteln und öffentlichen
Einrichtungen ist ebenfalls teuer, den Preis für die
Mahlzeit oder das Getränk einmal nicht mitgerechnet.
Die höchste Strafe die mir in unübersehbaren Buchstaben
und chinesischen Schriftzeichen ins Auge sprank waren $15.000.
Vielleicht habe ich aufgrund des Preises vor Schock ganz
vergessen was ich da nicht durfte. Gefegt, gekehrt und geputzt
wird an jeder Ecke. Da wird einem schnell klar warum es hier
keiner Kehrwoche bedarf. Zumindest ist HK die sauberste Stadt
in der ich jeh war.

Der Geräuschpegel der an Hauptstraßen noch von
Fahrzeugen und Ampeln domminiert wird, ist in Seitenstraßen
nicht unbedingt niedriger. Sind Läden oder gar ein Markt
in der Nähe, erlebt man wie lautstark freundliche Stimmen
sein können – zur Not mit moderner Verstärkertechnik
und Headsets wie wir es nur aus dem Fernsehen nur von Stars
und Sternchen kennen.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Oasen der Stille gibt es viele in dieser Stadt, auch wenn
man dies zuerst nicht glauben mag. Parks gibt es viele und
zumdem auch noch sehr gepflegte. Kein Wunder dass hier viele
Menschen Ihre Pausen oder gar das ganze Wochenende verbringen.

Foto: Kowloon Park
Weihnachten wird in HK nicht gefeiert, aber Weihnachtsmusik
die bei uns besinnlich in Kaufhäusern dudelt wird hier
zum Teil ohrenbetäubend laut abgespielt – und
sei es nur um einmal mehr eine superlative zu erzielen.
Essen und trinken kann man in HK nahezu an jeder Ecke. Zugegeben
wollte ich am ersten Tag keine Selbstversuche wegen mangelnder
chinesisch Kenntnisse eingehen (es hätte ja auch einem
früher gesagt werden können dass im Lokal die Karte
in der Regel auch auf englisch zu haben ist). Der westliche
Besucher wird es daher zu schätzen wissen, dass es in
HK genauso auch Spaghetti und Pizza gibt. McDonalds gibt
es so oder so genauso oft wie bei uns. Bedenkt man dass hier
wesentlich mehr Menschen pro qkm leben könnte man fast
meinen die Einheimischen ernähren sich nur davon. Fastfoodkette
findet man in maximal 20 Gehminuten von einander entfernt.
|