Nachdem ich ein reichhaltiges internationales
Frühstück (inkl. Chinesischem Frühstück)
zu mir nehmen konnte (schnell hat die Bedienung gemerkt dass
ich viel Kaffee benötige) und meine Fotoausrüstung
zusammengepackt habe, wartete ich in der Hotellobby darauf
abgeholt zu werden. Zugegeben, ich bekam etwas Angst. Sollten
wieder erwartend doch alle hier wartenden Personen mitkommen?
Nein, zum Glück nicht. Auch nachdem mich unser Fremdenführer
an dem aufgeklebten Touraufkleber erkannt hat mussten wir noch
etwas warten. Ich nutzte die Zeit um die Lobby mal etwas genauer
anzusehen.

Man sagt den Amerikanern bekanntlich nach Weihnachten in Kitsch
versinken zu lassen. Den kitschigsten Weihnachtsbaum allerdings
entdeckte ich nun in meiner Hotellobby. So viel Kunststoff
auf einmal habe ich noch nie gesehen. Gut und gern 10 Bobby-Cars
hätte man aus diesem Weihnachtsbaum bauen können …

Man Mo Temple und Tai Po Market
Erste Station nach einer guten halben Stunde Fahrt raus aus
Hong Kong in die New Territories die auch zu HK gehören,
erreichen wir das erste Ziel: Man Mo Temple und Tai Po Market

Genau wurde uns alles erklärt – man sollte allerdings
englisch können, denn die Reisegruppe ist international
und die Sprache daher auch englisch. Nur selten gibt es Reiseführer
die deutsch sprechen oder gar komplett in deutsch geführte
Gruppen.
Fragen werden freundlich und ausführlich beantwortet,
so dass man sich auch einen guten Eindruck von dem gezeigten
Tempel machen kann. Auch dass nicht jeder Tempel gleich ist
und den gleichen gewidmet ist, wird einem verständlich
erklärt. Ob man sich dies allerdings alles merken kann
ist eine ganz andere Sache. Wer sich also detaillierter für
dieses Thema interessiert, tut gut daran sich entsprechende
Literatur zu kaufen. Der Rauch und schwere Duft der Räucherstäbchen
haben für mich als Europäer schon etwas mysthisches
an sich. Zahlreich sind die Arten und Größen und
die Prozedur die die Gläubigen durchlaufen wirkt ungewohnt.
Eindrücke und Fotomotive bleiben hier ganz sicher nicht
auf der Strecke – allerdings sollte man sich auch hier
daran halten keine Personen direkt zur fotografieren. Nu ja,
eigentlich auch selbstverständlich, denn man selbst würde
sich sicherlich ebenfalls dagegen wehren wenn man zuhause betend
in einer Kirche von Touristengruppen aus aller Welt fotografieren
lassen „müßte“.

Für den Markt, der seit 1892 besteht erhalten wir 40
Minuten Zeit – sicherlich ausreichend Zeit für einen
lokalen ländlichen Markt der aus einer langen Straße
besteht, aber einen guten Eindruck des täglichen Lebens
vermittelt. Immerhin gehen Hausfrauen hier zweimal täglich
zum Einkaufen. Der morgentliche Gang zum Markt dient dazu dass
Mittagessen zu kaufen, wohingegen der mittagliche Ausflug zum örtlichen
Markt dazu dient ein Schwätzchen zu halten – getreu
dem Motto „Markt ersetzt Yellow Press“. Immerhin
erhalten hier einheimische Informationen direkt aus erster
Hand – meißtens jedenfalls …

Auch in den eher ländlichen New Territories haben die
Einwohner Gefrierschränke, doch sind diese nicht sonderlich
beliebt. Alles muss frisch sein, ganz gleich ob Obst, Gemüse,
Fleisch oder Fisch. Und da man mit dem Schlachten nicht gerade
zimperlich ist, sollte man sich darauf einstellen etwas andere
Formen von Metzger und Fischhändlern zu sehen. Ebenfalls
seltsam werden einem einige Dinge vorkommen die hier angeboten
werden. Chinesen essen immerhin alles, auch was bei uns als
Abfallprodukt eingestuft werden würde.
Wishing Tree in Lam Tsuen
Unter dem Motto „Learn about the religious practice
in spirit trees” fahren wir zu einem spirituellen Platz
der nicht nur einen Tempel beheimatet, sondern auch den „Wunschbaum“.
Zugegeben, zuerst dachte ich jetzt kommt trotz guter Geschichte
die Touristen-Verschaukelung … aber weit gefehlt.

Die ganze Geschichte um den Wunschbaum sollte man sich vom
Fremdenführer erklären lassen. In meinem Fall hieß er
Sidney und konnte dies perfekt. Kurz gesagt, ist es ein Baum
an dem sich gläubige und ungläubige etwas wünschen
können. Hintergrund war die Suche eines gläubigen
von auswärts, die allerdings erfolglos blieb.
Auf seiner Suche fragte er auch die Einheimischen, die ihm
außer dem Rat sich es ich doch zu wünschen, keinen
besseren Rat geben konnten. So entstand der „Wunschbaum“.
Man bekommt im Tempel ein paar Blatt Papier –alle bereits
beschriftet und mir mangels fehlenden chinesisch Kenntnissen
auch nicht bekannt. Erklärt wurde jedoch dass auf dem
weißen Blatt eigene Wünsche hinzugefügt werden
können.
Gesagt getan – eigene Wünsche auf das weiße
Blatt gechrieben und Papier zusammenrollen. Das ganze bekommt
dann noch eine Schnur an dessen Ende eine Orange ist (zum besseren
Werfen). Nun gilt es das ganze so in Richtung Baum zu werfen,
dass das Paket bestehend aus Wunschzetteln und Orange am Baum
zwischen dem Geäst hängen bleibt. Eine nicht ganz
einfache Angelegenheit für die Meißten.
An Chinesisch Neujahr sollte man diesen Platz allerdings nicht
aufsuchen, es sei denn man liebt es, hilflos in Menschenmassen
eingekeilt zu sein. An den drei freien Tagen des chinesischen
Neujahrsfestes, ist der Tempel und der Wunschbaum fest in der
Hand der Einheimischen. Lange Wartezeiten müssten daher
wohl oder über billigend in Kauf genommen werden.
Tang Chung Ling Ancestral Hall & Lo Wai Walled
Village
Der Name gibt mehr her als dann geboten wird – sorry,
aber hier wurde mir niht ganz klar warum wir uns diesen Platz
ansehen, auch wenn dieser geschichtlich eine Rolle gespielt
hat oder haben soll.
Das Walled Village war die erste Siedlung welche ummauert
war – bei uns zu vergleichen mit einer Stadtmauer. Leider
ist von dem ganzen nur recht wenig zu sehen und was zu sehen
ist, ist in einem erbärmlichen Zustand.

Die Tang Chung Ling Ancestral Hall ist wiederum ein Tempel,
welcher durch den „Tang Clan“ erbaut wurde. Dieser
war wohl sehr wohlhabend, was einem außenstehenden nicht
ganz ersichtlich ist – erwartet man doch mehr wenn man
dieses im Vorfeld hört.
Ganze Generationen sind im Tempel aufgelistet, sofern sich
die Familie um das wohl der Gemeinde gekümmert hat. Sicherlich
ein Grund, warum noch heute noch, sehr viele Familien zu dem
alle 10 Jahre stattfindenden Fest sich nicht lumpen lassen
wenn es um die Dekoration genau von diesem Fest geht.
Vielleicht haben wir diesen Ort ja aufgesucht, da genau heute
dieses Fest wieder begangen wurde und das ganze Dorf ausgeschmückt
war. Unser Reiseleiter gab sich erstaunt, was mir jedoch nicht
ganz glaubhaft vorkam. Nun ja, es soll ja noch eine weitere
Station auf dem Plan stehen …
Tai Fu Mandarin’s Mansion
Das opulente und stattliche Haus wurde im Jahre 1865 erbaut.
Jetzt kann sich jeder ein Bild davon machen wie reiche Personen
zu jener Zeit gelebt haben. Zugegeben etwas spartanisch – aber
zumindest war dieses Bauwerk inklusive Küche und den
historischen sanitären Anlagen in einem sehr gut restaurierten
Zustand.



Verzierungen am Bauwerk und allein die Größe des
Bauwerkes (gemessen daran dass es sich um eine Privatperson
handelte) waren wirklich einmal etwas anderes un unerwatetes.
Man kann es sicherlich nicht mit europäischen Herrenhäusern
vergleichen, doch wird einem der Unterschied schnell klar,
wenn man die zwar verfallen aber doch kleinen und einfachen
Häuser des zuvor besuchten „Lo Wai Walled Village” noch
vor Augen hat.
Der ganze Ausflug kostet knapp 300 HKD – also umgerechnet
rund 30 Euro. Mehr ist der Ausflug auch nicht wert. Um jedoch
einen geschicktlichen kleinen Überblick über die
New Territories zu bekommen, ist sie durchaus geeignet. Mit öffentlichen
Verkehrsmitteln und Taxis hätte man mindestens genauso
viel bezahlt, hätte die netten Erklärungen des Reiseleiters
jedoch nicht gehabt – von der bequemen Form der Tour
ganz zu schweigen, denn so wie man zur Tour abgeholt wird,
wird man auch ins Hotel zurück gebracht.
Wer wirklich Natur pur der „New Territories“ sehen
möchte, ist gänzlich falsch bei dieser Tour, denn
die habe ich lediglich in weiter Ferne erahnen können
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