Ich verspürte Hunger, morgen kurz nach 0.00 Uhr – irgendwie
habe ich das mit dem Essen noch nicht so ganz auf der Reihe – nun
ja, rechnet man die Zeitverschiebung mit wäre es ja auch
erst früher Abend in Deutschland. Also gehe ich noch einmal
aus dem Hotel – zum ersten mal nach 0 Uhr.
Kowloon – tagsüber ein quicklebendiger Stadtteil
ist plötzlich ruhig geworden. Die meissten Geschäfte
haben zu (bis auf Verkäufer gefälschter Waren und
Zeitungsverkäufer so nahezu alles eigentlich in meiner
Straße). Auch die meissten Restaurants und Schnellimbisse
in meiner Straße haben zu – außer zwei Straßen
weiter unser aus der Heimat bekannter McDonalds …
Die Schlange vor mir ist relativ lang, aber Bedienung und
wartende sind ruhig und gelassen – außer der Herr
direkt vor mir … Es geht ihm nicht schnell genug und
so ist er der einzige der zwar für die anderen unverständlich
aber dafür umso lauter sich über die Situation beschwert.
Ich schäme mich in Grund und Boden, ich verstehe ihn
und seine typisch deutschen Verbalattacken auch …. Als
er an der Reihe ist bestellt er trotz höflich lächelnder
Bedienung schroff und unhöflich – sollte ich vor
lauter Peinlichkeit das Lokal verlassen?
Ich habe meine schmale und pappige Mahlzeit zu mir genommen
und schlendere langsam wieder zurück zum Hotel. Prostitution
ist in HK verboten und es wird auch ausdrücklich davor
gewarnt. Was mir jedoch in diesem Moment in „Fickstiefeln“ und
falschem Fell entgegen schlendert sieht jedoch nach genau diesem
aus. Ich werde natürlich auch prompt von den beiden freundlich
lächelnden und süßlich säuselnden Damen
angesprochen. „Do you whant a massage?“
Ok, ich weiß was darunter zu verstehen ist, auch wenn
ich noch nie mit solchen Damen zu tun hatte, versuche ich ebenso
freundich aber bestimmt das Angebot zu verneinen. Was darauf
hin geschieht wird absolut bestätigen dass Asiaten, ganz
gleich was passiert, was sie denken oder was sie sagen, immer
höflich sein können. Es war jedenfalls das höflichste
und mit dem schönsten (wenn auch gespielten) Lächeln
untermalte „Fuck up“ was mir in diesem Moment entgegen
kam …
Ich bin satt, müde und mit freundlichen Worten zum Hotel
geleitet worden – was will man mehr …? |