Nun, der Ruf Hongkongs in Bezug auf das Shoppen
ist mir natürlich
nicht erst an diesem Morgen entgegen geeilt – vielmehr
sollte der heutige Tag dazu genutzt werden, um festzustellen,
ob der Ruf denn auch seine Richtigkeit hat.
Nicht ganz uneigennützig sollte dies erfolgen. Zum einen
war ich selbstverständlich als geborener Schwabe auf der
Suche nach geeigneten Schnäppchen und zum anderen wollte
ich mir die Konsumtempel und kleinen Geschäfte einmal
selbst ansehen.
Vielleicht war es auch die Rechnung der Hotelreinigung, die
mich an diesem Morgen noch mehr darin bestärkt hat, diesen
Tag mit Shoppen zu verbringen. Immerhin wurde und wird ein
Großteil der Kleidung die bei uns in Deutschland verkauft
wird in Hongkong und in China hergestellt.
Wie seit dem Eintreffen von Sui jeden Morgen besprach ich
zunächst mit Ihr, was ich denn so geplant hatte, um entsprechende
Tipps hierzu zu erhalten. In diesem Zuge zeigte ich Ihr auch
meine Rechnung der Hotelwäscherei.
Die Rechnung musste belustigend sein, denn die Rechnung entlockte
nicht nur ein leichtes Lächeln, sondern ein regelrechtes
Lachen … „bei den Preisen ist es billiger du kaufst
dir jeden Tag neue Kleidung …" – eine eindeutige
Aussage (zugegeben, trage ich nahezu nur Freizeitkleidung).
Für heute sollten zum Shoppen „Tsim Sha Tsui“ und „Sham
Shui Po“ herhalten – immerhin sind das (zusammen
mit Causeway Bay) die beliebtesten Shopping-Meilen in Hongkongs,
auch wenn es sich bei „Sham Shui Po“ eher um ein
Industriegebiet handelt.
Erste Etappe – Nathan Road
Da das Hotel gleich um die Ecke zur „Nathan Road“ liegt,
kann der heutige Tagestrip zu Fuß begonnen werden. Vielleicht
auch ein Grund, warum die Hotels im Stadtteil Tsim Sha Stui
so beliebt sind (zumindest bei den Männern, die die vollen
Einkaufstaschen Ihrer Frauen zurück ins Hotel tragen müssen …).

Nach meiner persönlichen Ansicht ist das Shoppen selbst
(sofern es sich nicht auf Windowshopping beschränkt) in
der Nathan Road nur in den großen Ketten empfehlenswert.
Dort aber auf jeden Fall. Besonders jetzt vor Weihnachten sind
die Angebote besser als bei jedem Schlussverkauf in Deutschland.
Die Händler überschlagen sich regelrecht mit Prozenten
und Zugaben. Ich selbst fand in einem der zahlreichen Geschäfte
(genau genommen bei einer Filiale der BlueStar Kette) gleich
zwei Hosen, 2 T-Shirts und 4 Paar Socken in sehr guter Qualität
für nicht einmal 25.- Euro. Hätte ich es bei meinem
Einkauf auf 30.- Euro oder mehr geschafft, dann hätte
ich sogar einen Koffer-Trolli oder eine große Sporttasche
für die heimreise als Zugabe erhalten (was bei uns alleine
schon 30 Euro gekostet hätte …) Es fängt an
Spaß zu machen und ich streife von Laden zu Laden. Dabei
sollte man hin und wieder auch die parallel zur Nathan Road
verlaufenden Straßen begehen, da manchmal die wenigen
Meter noch bessere Preise und noch bessere und vielfältigere
Angebote hervorbringen.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Generell gesehen kann man in der „Nathan Road“ nahezu
alles bekommen. Vom billigen über teuren Schmuck, von
Socken über Schuhe bis zu Hüten und Mützen,
von der Unterhose bis zum Anzug. Gerade in der „Nathan
Road“ sind besonders stark die Markenartikel stark vertreten.

Elektronik und Fotozubehör sollte man hier eher nicht
kaufen. Diese Artikel sind hier nicht gerade günstig,
was jedoch zahlreiche Touristen nicht davor abschreckt.
Zweite Etappe – rund um die Granville Road
In der Granville Road findet man vor allem preiswerte Kleidung.
Dies hat seinen Ursprung darin, dass hier früher die
Hersteller Ihre Fabrikverkäufe tätigten – wesentlich
ausgeprägter als bei uns. Heute findet man nur noch
wenige Fatory Outlets hier, diese jedoch mit guten Preisen,
da es sich nicht um die allgemein bekannten Marken handelt.
Die Qualität ist sehr gut und die Ware muss auf keinen
Fall Mängel haben, sondern durchaus einfach nur günstig
sein.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Ich selbst bin sonst eher ein Shopping-Muffel und habe es
daher sicherlich schwerer als Menschen die darin eine Erfüllung
finden – dennoch fand ich wirklich weitere gute Angebote
und sogar ein Outlet, bei dem ich mir einen Anzug kaufte. Hierbei
handelte es sich zwar um „Stangenware“, die jedoch
für ein paar Euro komplett auf den Leib geschneidert wurde – eine
etwas günstigere Art des Maßanzuges also – für
unter 100,- Euro – mit Hemd …
Man sollte sich jedoch auf jeden Fall die Zeit nehmen, auch
die kleinen Straßen und Gassen rund um die „Granville
Road" zu erkunden. Hier haben manche Straßen regelrechte
Themen wie „Hochzeit", „Geburt" etc. – entsprechend
findet man hier dann auch entsprechend vieles und Kurioses
zu diesen einzelnen Themen – ein durchaus amüsantes
Shoppen, selbst wenn man selbst gar nicht vorhat zu heiraten
oder Nachwuchs zu bekommen.
Dritte Etappe – adidas Fabrikverkauf in „Sham
Shui Po“
Ja, ich bin eher der ruhigere Mensch, wenn es um das Thema
Sport geht … aber ein paar gute Turnschuhe zum „Superhammerschnäppchenpreis",
die können auch mir nicht schaden … Also nichts
wie hin nach „Sham Shui Po", was am schnellsten
und einfachsten mit dem Taxi geht.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Der adidas Fabrikverkauf lohnt sich sicherlich für jeden,
der so oder so vor hatte Sportsachen oder Turnschuhe zu kaufen.
Die Auswahl ist nicht bei jedem Paar gleich gut und vor allem
bei Größen über 44/45 ist die Auswahl noch
geringer. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich gezielt
nach schwarzen Schuhen mein Augenmerk ausgerichtet habe.
Damen und Kindergrößen sind in Hülle und Fülle
zu bekommen – und das zu Preisen von unter 10,.- Euro
umgerechnet aufwärts. Auch hier ist das Bezahlen per Kreditkarte
wie eigentlich fast überall in Hongkong kein Problem.
Zudem gibt es keine nervigen Verkäuferinnen, die nur der
Meinung sind, dass man nur etwas stehlen wollte (warum denn
auch, bei diesen Preisen). Benötigt man jedoch die Hilfe
des Personals, wird einem auch geholfen – und sei es
nur den richtigen Karton der eigenen Schuhgröße
aus der menge der bereitstehenden Kartons zu finden …

Leider habe ich aufgrund mangelnder Kenntnis keine Möglichkeit
gehabt, die Angebote von adidas mit denen anderer Sportartikelhersteller
zu vergleichen.
Vierte Etappe und Endstation
Shoppen macht bekanntlich hungrig und durstig – und zudem
ist es zwischenzeitlich spät geworden. Auch wenn die chinesische
Küche zu meinen absoluten Favoriten gehört, so war
mir heute nach etwas anderem.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Bislang war ich in jedem Land, in dem ich war, auch in dem
dazu gehörenden „Hard Rock Cafe" – sofern
es eines gab. Dieser Tradition wollte ich in Hongkong ebenfalls
nachgehen. Zudem sind hier im Vergleich zu zahlreichen anderen
Lokalitäten die Preise für alkoholische Getränke
oder gar Cocktails erschwinglich.

Wer das Essen und das Ambiente der legendären „Hard
Rock Cafes“ mag, der wird sich hier sofort wohl fühlen.
Mein Abend jedenfalls wurde lang – und feucht, was aufgrund
der Nähe zu meinem Hotel keine Probleme für den Heimweg
bedeutete.
Link: Hard Rock Cafe Hongkong „Keep On Rocking…“ |