Hong Kong - City of Live!
Hongkong Tagebuch 2003

Tagebuch einer Hongkongreise 2003

frisch gepresster Zuckerrohrsaft

27.12.2003

Abschied von"Tong Qi"
Guangdong und Shenzhen

Leider war die Zeit in "Tong Qi" viel zu kurz, aber heute heißt es Abschied nehmen und nach Guangdong und Shenzen reisen.

 

Abschied von "Tong Qi"
"Tong Qi" ist wirklich ein schöner Fleck und ich bin wirklich glücklich darüber, dass mir Sui diesen Ort gezeigt hat. Alles war so beeindruckend, dass ich er mir nicht verkneifen kann, vor der Abreise noch nach dem Motorroller von Sui's Vater zu fragen. Zu gerne möchte ich noch eine kleine Rundfahrt um das Dorf herummachen.

Nachdem Sui ihrem Vater erklärt hat, dass ich in Deutschland Motorrad fahre, bekomme ich auch postwendend das gute Stück und wir können eine kleine Spritztour rund um "Tong Qi" machen. Vorbei an den vielen kleinen Häusern in und um "Tong Qi", den vielen künstlich angelegten Teichen mit den tausenden von Gänsen und Enten, vorbei an den vielen Gemüse- und Reisfeldern.

Ja, es scheint so als habe ich mich nicht nur in den Ausgangsort Hongkong verliebt, sondern auch in das kleine Dorf "Tong Qi" und dessen netten Bewohnern – allen voran der Vater von Sui und der Tante von Sui.

Es scheint so, als hätte ich mich in den kleinen Ort  "Tong Qi" verliebt

Abschied von "Tong Qi"
Die Rückreise von "Tong Qi" nach Hongkong wollen wir getrennt von den Schwestern, dem Bruder, dem Schwager und deren Kindern machen – es soll nicht zusammen im Zug auf dem direkten Wege zurück gehen, sondern über Quangdong (o. a. Guangdong) nach Shenzhen.

Wir werden zur nächsten Bushaltestelle gebracht – einen Ort weiter – um von dort einen Bus nach Quangdong (o. a. Guangdong) zu nehmen. Man hat uns bereits etwas gewarnt – wir sollen aufpassen vor Taschendieben, die uns sowohl auf der Reise als auch in Quangdong (o. a. Guangdong) selbst begegnen können. Ich selbst verlasse mich voll und ganz auf Sui. Sie spricht die Sprache und sie ist äußerlich und innerlich trotz ihrer langen Zeit in Europa noch immer eine Chinesin. Warum sollte ich bei einem solchen Menschen der direkt nach dem Abitur mit Freundinnen zusammen eine 90 Tägige reise quer durch China unternommen hat auch irgendwelche Bedenken haben.

Im Bus nach Quangdong (o. a. Guangdong)

Wir finden den Bus, der uns nach Quangdong (o. a. Guangdong) bringen soll, und haben eine wirklich nette und dennoch etwas abenteuerliche Fahrt nach Quangdong (o. a. Guangdong) – immer in einem kleinen Bus mit Einheimischen. Auf der Fahrt blieb genug Zeit noch einmal über die vergangen Tage in "Tong Qi" nachzudenken. Auch, oder gerade weil es so kurz war, hat es sich fest in meine Erinnerungen eingebrannt. Manches sehe ich noch heute vor mir, als wäre es erst gestern geschehen.

Kurzbesuch in Quangdong (o. a. Guangdong)
Die Fahrt nach Shenzhen über Quangdong (o. a. Guangdong) wollen wir nutzen, um eine ehemalige Arbeitskollegin von Sui zu beuchen – immerhin kommt auch Sui nicht gerade jeden Tag nach Quangdong (o. a. Guangdong).

Der Sohn von Sophia

Quangdong (o. a. Guangdong) ist die Provinzhauptstadt von Kanton und zwischenzeitlich wirtschaftlich ein wichtiger Knotenpunkt für Südchina. In China wird die Stadt auch Yangcheng (Stadt der Ziegen) genannt. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine Statue mit fünf Ziegen. Die Nähe zu Hongkong hat - wie in der gesamten Provinz Guangdong - einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung gehabt. Allein in der Stadt Quangdong (o. a. Guangdong) leben über 3,1 Millionen Einwohner.

Auf einem markt in Guangdong

Vom Busbahnhof aus nehmen wir ein Taxi um zu Sophia – der Freundin und ehemaligen Arbeitskollegin von Sui zu gelangen – und selbst der hatte irgendwie seine Probleme das richtige Haus zu finden.

Straße in Guangdong

Wir wissen bereits im Vorfeld, dass wir nicht endlos Zeit haben werden – immerhin müssen wir am Abend in Shenzhen sein. Wir bleiben daher nicht lange in der Wohnung von Sophia sondern unternehmen einen Kurztrip durch Quangdong (o. a. Guangdong). Jedem reisenden ei an dieser Stelle empfohlen sich wesentlich mehr Zeit zu nehmen. Die Stadt hat zu einen sicherlich wesentlich mehr zu bieten, als wir in der kurzen Zeit ansehen konnten.

Innenhof in einem Museum in Guangdong

Am späten Nachmittag machen wir uns mit der U-Bahn in Richtung Hauptbahnhof – wir wollen unsere Tickets, die wir ursprünglich für die Rückfahrt nach Hongkong gekauft hatten, umtauschen, um nach Shenzhen zu kommen.

Am Hauptbahnhof zeigt sich, dass es zumindest auf dem offiziellen oder legalen Wege gar nicht so einfach oder gar unmöglich ist, die Tickets noch zurückzugeben oder zu tauschen. Zu unserem Glück gibt es aber hier genauso viele Schwarzmarkt-Händler wie offizielle Ticket-Verkäufer. Man muss nicht einmal nach ihnen suchen, denn mindestens ein Kontaktmann der Händler ist immer in der Nähe der Ticketschalter. Eben ein solcher Kontaktmann hat auch unser Gespräch mit dem Ticketverkäufer mitbekommen und bietet uns unmittelbar nachdem wir uns umgedreht haben seine Dienste an.

Es dauert nur wenige Minuten, bis der eigentliche Kontakt zum Händler hergestellt und der Preis verhandelt ist, zudem der Schwarzmarkt-Händler uns unsere Tickets abkaufen möchte. Natürlich bekommen wir bei weitem nicht den von uns bezahlten Preis, doch besser als das Ticket nach Shenzhen komplett neu bezahlen zu müssen. Wir machen ergo Verlust, aber kommen so auch ohne weitere Kosten an unser neues Ticket. Wir können den nächsten Zug nach Shenzhen nehmen.

Ankunft in Shenzhen
Es ist relativ spät, als wir in Shenzhen ankommen. Das Treiben am Bahnhof von Shenzhen ist unglaublich. Gleich neben dem Bahnhof befindet sich das wohl größte Kaufhaus für gefälschte Artikel in China. Shenzhen ist berühmt und berüchtigt für das Fälschen von Artikel jeglicher Art.

Das Fälscherkaufhaus …
Gleich neben dem Bahnhof findet man unübersehbar ein großes Gebäude, welches einem Supermarkt für gefälschte Artikel gleichkommt. Zwar ist es auch hier verboten gefälschte Artikel anzubieten und man wird in den Auslagen keine Artikel sehen auf denen Markennamen aufgedruckt oder anderweitig eingebracht sind, doch reicht eine kurze Nachfrage (sofern man nicht direkt darauf angesprochen wird) und man kann nahezu alles bekommen.

Das Angebot reicht vom Anzug bis zur komplexen Zeitzonen Uhr. Die Preise sind variabel und stehen im Zusammenhang mit der Qualität der Fälschung. Entsprechend ist z.B. eine schlechte Fälschung einer Uhr schon für umgerechnet 8,- Euro zu haben. Eine Gute (sowohl optisch wie auch technisch) kann dann auch entsprechend mehr kosten.

Natürlich wollen alle einem klar machen, dass es sich nur um technisch gute Kopien handelt – was auf keinem Fall der Wahrheit entspricht. Manche plumpe Fälschung ist schon allein daran zu erkennen, dass z.B. auf einer Uhr die römische Ziffer für „4“ mit „IIII“ statt mit „IV“ angegeben wird …

Es lohnt sich auf alle Fälle zu handeln – keiner der genannten Preise ist fest, alle sind variabel und somit als Verhandlungsbasis anzusehen. Für mich, als Liebhaber schöner Uhren, war dieses „Kaufhaus" schon fast der Horror – ich hätte hunderte von Uhren kaufen können – zu groß ist die Auswahl – aber es lohnt sich wirklich die einzelnen Geschäfte innerhalb dieses Mega-Fälscher-Kaufhauses abzulaufen und eine Vorauswahl, zu treffen. Es war auch kein Problem eine in die engere Wahl gezogene Uhr noch mit einem andersfarbigen Ziffernblatt zu bekommen – lediglich eine Wartezeit von ca. einer halben Stunde musste ich hierzu in Kauf nehmen.

Manche Artikel verbergen sich hinter den einzelnen Geschäften – so wurden z.B. Handtaschen von Nobelmarken auch mal hinter den Einbauschränken deponiert. Um diese uns zu zeigen, musste dann eine sehr Verkäuferinnen in den Schrank hineinkriechen. Den Geräuschen nach zu urteilen, Düfte der Raum hinter dem „kleinen" Einbauschrank fast größer gewesen sein als der kleine Laden selbst.

Ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, wie lange wir uns in diesem besonderen Kaufhaus aufgehalten haben – aber im Grunde war es viel zu kurz. Wenn man sich hierfür einen Tag Zeit nehmen würde, würde es einem sicherlich ebenso wenig langweilig werden wie uns – und man hätte sicherlich noch so manches Schnäppchen machen können.

Autofahren in China
Wir müssen weiter, denn wir wollen uns heute ebenfalls mit einer ehemaligen Arbeitskollegin von Sui treffen – und auch bei Ihr übernachten, bevor wir dann morgen mit der Fähre zurück nach Hongkong wollen.

Shenzhen bei Nacht

Wir versuchen mit einem Taxi den vereinbarten Treffpunkt zu finden, was sich aufgrund einer fehlenden exakten Straßenangabe bzw. Hausnummer als nicht gerade einfach herausstellt. Per Handy versuchen wir uns lotsen zu lassen und treffen rund eine Stunde später als eigentlich ausgemacht am vereinbarten Treffpunkt ein.

Von hier aus bekomme ich die Möglichkeit mit dem Auto selbst die Fahrt durch Shenzhen anzutreten – natürlich geleitet von unserer heutigen Gastgeberin. Es macht Spaß durch die nächtlichen relativ leeren Straßen von Shenzhen zu fahren, auch wenn man unheimlich aufpassen muss, da es ab und an ohne größere Ankündigungen zu großen Schlaglöchern oder Bauabschnitten kommen kann. Nicht weil in Shenzhen die Straßen schlecht ausgebaut sind, sondern vielmehr weil Shenzhen eine einzige große Baustelle ist. Die Wachstumsraten und der Bauboom in Shenzhen sind derzeit gigantisch.

Die Fahrt war meiner Ansicht nach viel zu kurz – aber wir sind schon da. Jetzt, da wir in einem der Hochhäuser von Shenzhen beim Abendessen sitzen, merken wir, doch dass der Tag recht anstrengend war – es wird die letzte Nacht in China sein, bevor es morgen zurück nach Hongkong geht.



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