Abschied von "Tong Qi"
"Tong Qi" ist wirklich ein schöner Fleck und
ich bin wirklich glücklich darüber, dass mir Sui
diesen Ort gezeigt hat. Alles war so beeindruckend, dass ich
er mir nicht verkneifen kann, vor der Abreise noch nach dem
Motorroller von Sui's Vater zu fragen. Zu gerne möchte
ich noch eine kleine Rundfahrt um das Dorf herummachen.
Nachdem Sui ihrem Vater erklärt hat, dass ich in Deutschland
Motorrad fahre, bekomme ich auch postwendend das gute Stück
und wir können eine kleine Spritztour rund um "Tong
Qi" machen. Vorbei an den vielen kleinen Häusern
in und um "Tong Qi", den vielen künstlich angelegten
Teichen mit den tausenden von Gänsen und Enten, vorbei
an den vielen Gemüse- und Reisfeldern.
Ja, es scheint so als habe ich mich nicht nur in den Ausgangsort
Hongkong verliebt, sondern auch in das kleine Dorf "Tong
Qi" und dessen netten Bewohnern – allen voran der
Vater von Sui und der Tante von Sui.
 Abschied von "Tong Qi"
Die Rückreise von "Tong Qi" nach Hongkong wollen
wir getrennt von den Schwestern, dem Bruder, dem Schwager und
deren Kindern machen – es soll nicht zusammen im Zug
auf dem direkten Wege zurück gehen, sondern über
Quangdong (o. a. Guangdong) nach Shenzhen.
Wir werden zur nächsten Bushaltestelle gebracht – einen
Ort weiter – um von dort einen Bus nach Quangdong (o.
a. Guangdong) zu nehmen. Man hat uns bereits etwas gewarnt – wir
sollen aufpassen vor Taschendieben, die uns sowohl auf der
Reise als auch in Quangdong (o. a. Guangdong) selbst begegnen
können. Ich selbst verlasse mich voll und ganz auf Sui.
Sie spricht die Sprache und sie ist äußerlich und
innerlich trotz ihrer langen Zeit in Europa noch immer eine
Chinesin. Warum sollte ich bei einem solchen Menschen der direkt
nach dem Abitur mit Freundinnen zusammen eine 90 Tägige
reise quer durch China unternommen hat auch irgendwelche Bedenken
haben.

Wir finden den Bus, der uns nach Quangdong (o. a. Guangdong)
bringen soll, und haben eine wirklich nette und dennoch etwas
abenteuerliche Fahrt nach Quangdong (o. a. Guangdong) – immer
in einem kleinen Bus mit Einheimischen. Auf der Fahrt blieb
genug Zeit noch einmal über die vergangen Tage in "Tong
Qi" nachzudenken. Auch, oder gerade weil es so kurz war,
hat es sich fest in meine Erinnerungen eingebrannt. Manches
sehe ich noch heute vor mir, als wäre es erst gestern
geschehen.
Kurzbesuch in Quangdong (o. a. Guangdong)
Die Fahrt nach Shenzhen über Quangdong (o. a. Guangdong)
wollen wir nutzen, um eine ehemalige Arbeitskollegin von Sui
zu beuchen – immerhin kommt auch Sui nicht gerade jeden
Tag nach Quangdong (o. a. Guangdong).

Quangdong (o. a. Guangdong) ist die Provinzhauptstadt von
Kanton und zwischenzeitlich wirtschaftlich ein wichtiger Knotenpunkt
für Südchina. In China wird die Stadt auch Yangcheng
(Stadt der Ziegen) genannt. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine
Statue mit fünf Ziegen. Die Nähe zu Hongkong hat
- wie in der gesamten Provinz Guangdong - einen positiven Einfluss
auf die wirtschaftliche Entwicklung gehabt. Allein in der Stadt
Quangdong (o. a. Guangdong) leben über 3,1 Millionen Einwohner.

Vom Busbahnhof aus nehmen wir ein Taxi um zu Sophia – der
Freundin und ehemaligen Arbeitskollegin von Sui zu gelangen – und
selbst der hatte irgendwie seine Probleme das richtige Haus
zu finden.

Wir wissen bereits im Vorfeld, dass wir nicht endlos Zeit
haben werden – immerhin müssen wir am Abend in
Shenzhen sein. Wir bleiben daher nicht lange in der Wohnung
von Sophia
sondern unternehmen einen Kurztrip durch Quangdong (o. a.
Guangdong). Jedem reisenden ei an dieser Stelle empfohlen
sich wesentlich
mehr Zeit zu nehmen. Die Stadt hat zu einen sicherlich wesentlich
mehr zu bieten, als wir in der kurzen Zeit ansehen konnten.

Am späten Nachmittag machen wir uns mit der U-Bahn in
Richtung Hauptbahnhof – wir wollen unsere Tickets, die
wir ursprünglich für die Rückfahrt nach Hongkong
gekauft hatten, umtauschen, um nach Shenzhen zu kommen.
Am Hauptbahnhof zeigt sich, dass es zumindest auf dem offiziellen
oder legalen Wege gar nicht so einfach oder gar unmöglich
ist, die Tickets noch zurückzugeben oder zu tauschen.
Zu unserem Glück gibt es aber hier genauso viele Schwarzmarkt-Händler
wie offizielle Ticket-Verkäufer. Man muss nicht einmal
nach ihnen suchen, denn mindestens ein Kontaktmann der Händler
ist immer in der Nähe der Ticketschalter. Eben ein solcher
Kontaktmann hat auch unser Gespräch mit dem Ticketverkäufer
mitbekommen und bietet uns unmittelbar nachdem wir uns umgedreht
haben seine Dienste an.
Es dauert nur wenige Minuten, bis der eigentliche Kontakt
zum Händler hergestellt und der Preis verhandelt ist,
zudem der Schwarzmarkt-Händler uns unsere Tickets abkaufen
möchte. Natürlich bekommen wir bei weitem nicht den
von uns bezahlten Preis, doch besser als das Ticket nach Shenzhen
komplett neu bezahlen zu müssen. Wir machen ergo Verlust,
aber kommen so auch ohne weitere Kosten an unser neues Ticket.
Wir können den nächsten Zug nach Shenzhen nehmen.
Ankunft in Shenzhen
Es ist relativ spät, als wir in Shenzhen ankommen. Das
Treiben am Bahnhof von Shenzhen ist unglaublich. Gleich neben
dem Bahnhof befindet sich das wohl größte Kaufhaus
für gefälschte Artikel in China. Shenzhen ist berühmt
und berüchtigt für das Fälschen von Artikel
jeglicher Art.

Das Fälscherkaufhaus …
Gleich neben dem Bahnhof findet man unübersehbar ein großes
Gebäude, welches einem Supermarkt für gefälschte
Artikel gleichkommt. Zwar ist es auch hier verboten gefälschte
Artikel anzubieten und man wird in den Auslagen keine Artikel
sehen auf denen Markennamen aufgedruckt oder anderweitig eingebracht
sind, doch reicht eine kurze Nachfrage (sofern man nicht direkt
darauf angesprochen wird) und man kann nahezu alles bekommen.
Das Angebot reicht vom Anzug bis zur komplexen Zeitzonen Uhr.
Die Preise sind variabel und stehen im Zusammenhang mit der
Qualität der Fälschung. Entsprechend ist z.B. eine
schlechte Fälschung einer Uhr schon für umgerechnet
8,- Euro zu haben. Eine Gute (sowohl optisch wie auch technisch)
kann dann auch entsprechend mehr kosten.
Natürlich wollen alle einem klar machen, dass es sich
nur um technisch gute Kopien handelt – was auf keinem
Fall der Wahrheit entspricht. Manche plumpe Fälschung
ist schon allein daran zu erkennen, dass z.B. auf einer Uhr
die römische Ziffer für „4“ mit „IIII“ statt
mit „IV“ angegeben wird …
Es lohnt sich auf alle Fälle zu handeln – keiner
der genannten Preise ist fest, alle sind variabel und somit
als Verhandlungsbasis anzusehen. Für mich, als Liebhaber
schöner Uhren, war dieses „Kaufhaus" schon
fast der Horror – ich hätte hunderte von Uhren kaufen
können – zu groß ist die Auswahl – aber
es lohnt sich wirklich die einzelnen Geschäfte innerhalb
dieses Mega-Fälscher-Kaufhauses abzulaufen und eine Vorauswahl,
zu treffen. Es war auch kein Problem eine in die engere Wahl
gezogene Uhr noch mit einem andersfarbigen Ziffernblatt zu
bekommen – lediglich eine Wartezeit von ca. einer halben
Stunde musste ich hierzu in Kauf nehmen.
Manche Artikel verbergen sich hinter den einzelnen Geschäften – so
wurden z.B. Handtaschen von Nobelmarken auch mal hinter den
Einbauschränken deponiert. Um diese uns zu zeigen, musste
dann eine sehr Verkäuferinnen in den Schrank hineinkriechen.
Den Geräuschen nach zu urteilen, Düfte der Raum hinter
dem „kleinen" Einbauschrank fast größer
gewesen sein als der kleine Laden selbst.
Ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, wie lange wir
uns in diesem besonderen Kaufhaus aufgehalten haben – aber
im Grunde war es viel zu kurz. Wenn man sich hierfür einen
Tag Zeit nehmen würde, würde es einem sicherlich
ebenso wenig langweilig werden wie uns – und man hätte
sicherlich noch so manches Schnäppchen machen können.
Autofahren in China
Wir müssen weiter, denn wir wollen uns heute ebenfalls
mit einer ehemaligen Arbeitskollegin von Sui treffen – und
auch bei Ihr übernachten, bevor wir dann morgen mit der
Fähre zurück nach Hongkong wollen.

Wir versuchen mit einem Taxi den vereinbarten Treffpunkt zu
finden, was sich aufgrund einer fehlenden exakten Straßenangabe
bzw. Hausnummer als nicht gerade einfach herausstellt. Per
Handy versuchen wir uns lotsen zu lassen und treffen rund eine
Stunde später als eigentlich ausgemacht am vereinbarten
Treffpunkt ein.
Von hier aus bekomme ich die Möglichkeit mit dem Auto
selbst die Fahrt durch Shenzhen anzutreten – natürlich
geleitet von unserer heutigen Gastgeberin. Es macht Spaß durch
die nächtlichen relativ leeren Straßen von Shenzhen
zu fahren, auch wenn man unheimlich aufpassen muss, da es ab
und an ohne größere Ankündigungen zu großen
Schlaglöchern oder Bauabschnitten kommen kann. Nicht weil
in Shenzhen die Straßen schlecht ausgebaut sind, sondern
vielmehr weil Shenzhen eine einzige große Baustelle ist.
Die Wachstumsraten und der Bauboom in Shenzhen sind derzeit
gigantisch.
Die Fahrt war meiner Ansicht nach viel zu kurz – aber
wir sind schon da. Jetzt, da wir in einem der Hochhäuser
von Shenzhen beim Abendessen sitzen, merken wir, doch dass
der Tag recht anstrengend war – es wird die letzte Nacht
in China sein, bevor es morgen zurück nach Hongkong geht.
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