Hong Kong - City of Live!
Hongkong Tagebuch 2003

Tagebuch einer Hongkongreise 2003

Abschied von Hong Kong

30.12.2003

Scheiden tut weh!

Der letzte Tag in Hongkong. Es ist unglaublich, aber an diesem Tag möchte ich mich kaum zurück erinnern.

 

Heute gilt es. Heute ist der letzte Tag in Hongkong.
Das letzte Mal das Frühstück im Hotel Kowloon. Ein letztes Mal das morgendliche Ritual mit Stadtplan, Kaffee und internationalem Frühstück. Die Koffer sind bereits gepackt, denn nach dem Frühstück muss ich diese in der Lobby abgeben, da das Zimmer zu räumen ist. Ich werde also heute nicht mehr viel einkaufen können,

Elektronikartikel – noch einmal zur "Golden Shopping Arcade"
Ich wollte eigentlich in Hongkong auch Computerzubehör und Elektronik finden, die es so in Deutschland noch nicht gibt oder noch viel zu teuer angeboten werden. Aus diesem Grund überrede ich Sui noch einmal zur „Golden Shopping Arcade" zu fahren – vielleicht habe ich ja nur das beste übersehen. Leider sind wir viel zu früh am Morgen, und es ist noch komplett geschlossen – eigentlich hätte ich es wissen müssen, denn ich bin ja nicht zum ersten Mal hier. Sui hat jedoch zwischenzeitlich über Ihren Bruder den Tipp bekommen, es auf „Hong Kong Island" in „Wan Chai" zu versuchen.

Auf dem Weg nach „Wan Chai“ steigen wir noch bei der MTR-Station „Mong Kok“ aus, da in den Parallelstraßen sich der „Ladies Market“ (der auch von Männern besucht werden kann), der „Fish Market“, der „Street Market“ (viele Sportartikel) und eine Straße für „Elektronic Goods“ (Apliu Street) befindet. Letztere war für mich der Ausschlag gebende Punkt auch hier „Halt“ zu machen.


Stadtplan Hongkong © hot-maps

Ich denke mehr Elektronikartikel aller Art (außer sehr hochwertigen Geräten) kann man sicherlich kaum an einer anderen Stelle finden. Von einfachen Batterien bis hin zu „Spionageartikeln" wie „Wanzen" und Ähnlichem findet man hier wirklich alles. Auch wenn man es nicht vorhat sich diesbezüglich einzudecken (vieles ist in Deutschland auch verboten), so ist es überaus interessant zumindest einmal die Straße auf und ab zu laufen und sich umzusehen.

Ich selbst habe jedoch nichts gefunden, was für mich wirklich interessant war – der Weg war aus Shopping-Sicht ergo umsonst. Mit mehr Zeit wäre es jedoch eine gegen, die man auf jeden Fall frühestens ab dem Nachmittag und dann in aller Ruhe aufsuchen sollte.

Das Elektronikkaufhaus in „Mong Kok“
Es geht zur Abwechslung einmal nicht mit der „Star Ferry" sondern mit der MTR nach Central und von dort weiter nach „Mong Kok". Der Bruder von Sui hat hier in der „Hennesy Road", nicht weit von der MTR-Station „Mong Kok" das „Computer Placa" empfohlen.

Lageplan „Computer Placa" in der  „Hennesy Road" (Hongkong)
Stadtplan Hongkong © hot-maps

Das „Computer Placa" ist im Grunde zu vergleichen mit der „Golden Shopping Arcade" in „Mong Kok", doch ist hier alles etwas aufgeräumter, um nicht zu sagen auch sauberer. Es hat schon eher den Flair eines Kaufhauses, wenngleich auch hier alles einzelne Händler sind. Hier kann man auch Geräte ohne Garantie (bei Markenherstellern gilt diese normal weltweit) erwerben. Dies muss nicht bedeuten, dass die Geräte deshalb schlechter sind als andere, aber es macht einen gewaltigen Unterschied im Preis. Rund 20% kann sich der Käufer sparen, wenn auf die internationale Garantie verzichtet wird. Da ich mich unter anderem eigentlich für eine Digitalkamera interessierte, war dies jedoch keine echte Alternative.

Auch wenn ich hier ebenfalls nicht fündig geworden bin, für Computer Freaks und Spiele Freaks wäre dies sicherlich ein Eldorado, aus dem diese kaum noch heraus zu bekommen wären.

„Causeway Bay“ – noch einmal durch die Shoppingmeile schlechthin
„ Causeway Bay“ ist bekanntlich (so steht es wirklich auch in jedem Reiseführer) die größte Shoppingmeile in Hongkong. Auch wenn wir nicht die optimale Zeit haben (am interessantesten ist es dort ab dem späten Nachmittag bin hinein in die Nacht), ist es für uns die nächste Anlaufstelle. Ja, hier sind die Preise nicht gerade die günstigsten in Hongkong, aber dafür ist die Auswahl sowohl an „No-Name“ wie an Marken-Artikeln die Größte.

Das Shopping-Paradies "Causeway Bay" (Hongkong)
Stadtplan Hongkong © hot-maps

„ Causeway Bay“, die größte Shoppingmeile in Hongkong

Die „Jaffe Road", die „Lockhart Road" sind dabei sicherlich die bekanntesten Straßen. Auch wenn es hier eine Unmenge an Geschäften gibt, so sind das „Causeway Bay Plaza", das „Excelsior Shopping Centra" und das „Departmental" sicherlich die größten Stores in Hongkong. Das "Departmental" gilt generell als der größte Store in Hongkong.

Straßenbahn in „ Causeway Bay“

Ja, vielleicht wollte ich ja nicht wirklich Shoppen, denn gefunden habe ich zumindest erst einmal nichts. Sui möchte noch eine Uhr reparieren lassen. Auch wenn es schon lange her ist dass sie in Hongkong wohnte, Traditionen sind bekanntlich in Hongkong groß geschrieben. Aus diesem Grund möchte sie Ihren alten Uhrmacher zwischen „Hennesy Road“ und „Tang Lung Street“ aufsuchen – sofern dieser noch existiert.

Uhrmacher mit "bauchladen" am Straßenrand

Es ist kaum zu glauben – obwohl dieser Uhrmacher nicht kein Ladengeschäft besitzt, sondern nur einen kleinen, nicht umbauten, Stand hat, gibt es ihn noch. Sie erkennt ihn sofort wieder. Das wechseln einer Batterie oder das Austauschen eines Armbandes ist hier um ein Vielfaches günstiger als an der nur wenige Meter entfernten „Hennesy Road".

„Western Market“
Wir haben die MTR genommen, um nach „Sheung Wan" zu kommen – eine Haltestelle weiter als „Central". Dort, gleich um die Ecke zur MTR-Station befindet sich der „Western Market". Die Halle des „Western Market" wurde 1906 erbaut und diente einst als echte Markthalle.

"Western Market" in "Sheung Wan" (Hongkong)
Stadtplan Hongkong © hot-maps

Die Halle des „Western Market" wurde 1906 erbaut

Heute ist das Gebäude in einem sehr guten Zustand und ein gutes Fotomotiv, doch eine Markthalle ist es leider nicht mehr. Heute findet man hier Kunsthandwerk und Stoffe und ist in meinen Augen nur für Touristen gedacht. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass hier wirklich Einheimische einkaufen.

„Cat Street“
Auch wenn der Namen vermuten lässt, dass es hier entweder viele Katzen gibt oder gab, so ist dem ganz und gar nicht so.

Die "Cat Street" wird auch "Diebesmarkt" genannt

Die "Cat Street" wird auch "Diebesmarkt" genannt

Die "Cat Street", oder richtiger die Upper und Lower Lascar Row, liegt unterhalb der "Hollywood Road". Sie heißt auch "Diebesmarkt", zurückzuführen auf Zeiten, als man seinen am Vortag gestohlenen Besitz am nächsten Morgen hier äusserst billig zurückkaufen konnte. Die traditionellen Läden und Straßenhändler sind neuen Gebäuden und dem "Cat Steet Market" gewichen. Auf dem wohl größten Sammelplatz chinesischer Antiquitäten außerhalb der Volksrepublik China lohnt sich der Kauf von Porzellan, Rosen- und Ebenholzmöbeln und vor allem von Kuriositäten.

Wie schnell die Zeit vergeht
Es ist erstaunlich – heute Morgen dachte ich die ganze Zeit noch daran, dass es der letzte Tag in Hongkong sein wird. Die letzten Stunden waren jedoch so hektisch, dass ich kaum darüber nachgedacht habe. Jetzt, da mir bewusst ist, dass es Zeit wird zum Hotel zurück zu gehen und mich auf den Weg zum Flughafen zu machen, empfinde ich wieder ein Gefühl der Wehmut. Aber es hilft leider alles nichts. Ich kann nicht umbuchen und ich kann leider auch nicht länger bleiben.

Am Hotel müssen wir nicht lange warten. Die Pendel- oder Zubringerbusse fahren ständig zwischen dem Hotel und dem Flughafen. Sui wird mich zum Glück zum Flughafen begleiten und wir müssen nicht in der Hotel Lobby Abschied nehmen.

Auf der Fahrt dem Flughafen ist es nicht leicht. Vorbei an Straßen und Häusern, die mich 14 Tage umgeben haben. Es ist nicht leicht neben dem Menschen zu sitzen, der mir „sein" Hongkong gezeigt hat und dann diesen Menschen hier zurücklassen zu müssen. Sui wird noch über Silvester eine weitere Woche in Hongkong bleiben.

Am Flughafen heißt es dann erst einmal Einchecken – was alles andere als einfach ist. Mein Gepäck ist viel zu schwer. Ich habe wie es aussieht doch viel zu viel und vor allem durch die gekauften Bücher über Hongkong viel zu schwere Dinge eingekauft. Sui versucht so gut es geht mit der „netten" Dame am Schalter zu verhandeln, was sich als ausgesprochen schwer herausstellt.

Ich habe keine Ahnung was, die beiden alles gesprochen haben, aber man einigt ich auf einen Kompromiss. Ich darf einen Teil in mein Handgepäck umpacken um das Gewicht zu reduzieren. Dennoch (ich bin mit einem Koffer nach Hongkong gekommen und reise mit zwei Koffern wieder ab) muss ich einen nicht unerheblichen Betrag hinzuzahlen. Einzige Alternative wäre es gewesen einen Teil als Luftfracht per Post zu verschicken, was ich aber aufgrund der Werte (Notebook, Kameraausrüstung, etc.) lieber sein lasse.

Abschied von Hongkong
Wir schlendern noch eine weile durch den Flughafen, trinken noch etwas im "Irish Pub" und dann ist es leider auch schon Zeit zum Gate zu gehen.

Wir verabschieden uns lange – zu schön waren die Tage hier in Hongkong. Zu viel haben wir erlebt. Auf dem Weg durch die Kontrollen Richtung Gate drehe ich mich fast genauso oft um, wie ich Schritte mache. Ja, es ist ein wirklich schwerer Abschied. Ein Abschied von einer wirklich gigantischen Stadt und einem wundervollen Menschen. Ich habe mich in beide verliebt.



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