Heute gilt es. Heute ist der letzte Tag in Hongkong.
Das letzte Mal das Frühstück im Hotel Kowloon. Ein
letztes Mal das morgendliche Ritual mit Stadtplan, Kaffee und
internationalem Frühstück. Die Koffer sind bereits
gepackt, denn nach dem Frühstück muss ich diese in
der Lobby abgeben, da das Zimmer zu räumen ist. Ich werde
also heute nicht mehr viel einkaufen können,
Elektronikartikel – noch einmal zur "Golden
Shopping Arcade"
Ich wollte eigentlich in Hongkong auch Computerzubehör
und Elektronik finden, die es so in Deutschland noch nicht
gibt oder noch viel zu teuer angeboten werden. Aus diesem Grund überrede
ich Sui noch einmal zur „Golden Shopping Arcade" zu
fahren – vielleicht habe ich ja nur das beste übersehen.
Leider sind wir viel zu früh am Morgen, und es ist noch
komplett geschlossen – eigentlich hätte ich es wissen
müssen, denn ich bin ja nicht zum ersten Mal hier. Sui
hat jedoch zwischenzeitlich über Ihren Bruder den Tipp
bekommen, es auf „Hong Kong Island" in „Wan
Chai" zu versuchen.
Auf dem Weg nach „Wan Chai“ steigen wir noch bei
der MTR-Station „Mong Kok“ aus, da in den Parallelstraßen
sich der „Ladies Market“ (der auch von Männern
besucht werden kann), der „Fish Market“, der „Street
Market“ (viele Sportartikel) und eine Straße für „Elektronic
Goods“ (Apliu Street) befindet. Letztere war für
mich der Ausschlag gebende Punkt auch hier „Halt“ zu
machen.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Ich denke mehr Elektronikartikel aller Art (außer sehr
hochwertigen Geräten) kann man sicherlich kaum an einer
anderen Stelle finden. Von einfachen Batterien bis hin zu „Spionageartikeln" wie „Wanzen" und Ähnlichem
findet man hier wirklich alles. Auch wenn man es nicht vorhat
sich diesbezüglich einzudecken (vieles ist in Deutschland
auch verboten), so ist es überaus interessant zumindest
einmal die Straße auf und ab zu laufen und sich umzusehen.
Ich selbst habe jedoch nichts gefunden, was für mich
wirklich interessant war – der Weg war aus Shopping-Sicht
ergo umsonst. Mit mehr Zeit wäre es jedoch eine gegen,
die man auf jeden Fall frühestens ab dem Nachmittag und
dann in aller Ruhe aufsuchen sollte.
Das Elektronikkaufhaus in „Mong Kok“
Es geht zur Abwechslung einmal nicht mit der „Star Ferry" sondern
mit der MTR nach Central und von dort weiter nach „Mong
Kok". Der Bruder von Sui hat hier in der „Hennesy
Road", nicht weit von der MTR-Station „Mong Kok" das „Computer
Placa" empfohlen.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Das „Computer Placa" ist im Grunde zu vergleichen
mit der „Golden Shopping Arcade" in „Mong
Kok", doch ist hier alles etwas aufgeräumter, um
nicht zu sagen auch sauberer. Es hat schon eher den Flair eines
Kaufhauses, wenngleich auch hier alles einzelne Händler
sind. Hier kann man auch Geräte ohne Garantie (bei Markenherstellern
gilt diese normal weltweit) erwerben. Dies muss nicht bedeuten,
dass die Geräte deshalb schlechter sind als andere, aber
es macht einen gewaltigen Unterschied im Preis. Rund 20% kann
sich der Käufer sparen, wenn auf die internationale Garantie
verzichtet wird. Da ich mich unter anderem eigentlich für
eine Digitalkamera interessierte, war dies jedoch keine echte
Alternative.
Auch wenn ich hier ebenfalls nicht fündig geworden bin,
für Computer Freaks und Spiele Freaks wäre dies sicherlich
ein Eldorado, aus dem diese kaum noch heraus zu bekommen wären.
„Causeway Bay“ – noch einmal durch
die Shoppingmeile schlechthin
„
Causeway Bay“ ist bekanntlich (so steht es wirklich auch
in jedem Reiseführer) die größte Shoppingmeile
in Hongkong. Auch wenn wir nicht die optimale Zeit haben (am
interessantesten ist es dort ab dem späten Nachmittag
bin hinein in die Nacht), ist es für uns die nächste
Anlaufstelle. Ja, hier sind die Preise nicht gerade die günstigsten
in Hongkong, aber dafür ist die Auswahl sowohl an „No-Name“ wie
an Marken-Artikeln die Größte.

Stadtplan Hongkong © hot-maps

Die „Jaffe Road", die „Lockhart Road" sind
dabei sicherlich die bekanntesten Straßen. Auch wenn
es hier eine Unmenge an Geschäften gibt, so sind das „Causeway
Bay Plaza", das „Excelsior Shopping Centra" und
das „Departmental" sicherlich die größten
Stores in Hongkong. Das "Departmental" gilt generell
als der größte Store in Hongkong.

Ja, vielleicht wollte ich ja nicht wirklich Shoppen, denn
gefunden habe ich zumindest erst einmal nichts. Sui möchte
noch eine Uhr reparieren lassen. Auch wenn es schon lange her
ist dass sie in Hongkong wohnte, Traditionen sind bekanntlich
in Hongkong groß geschrieben. Aus diesem Grund möchte
sie Ihren alten Uhrmacher zwischen „Hennesy Road“ und „Tang
Lung Street“ aufsuchen – sofern dieser noch existiert.

Es ist kaum zu glauben – obwohl dieser Uhrmacher nicht
kein Ladengeschäft besitzt, sondern nur einen kleinen,
nicht umbauten, Stand hat, gibt es ihn noch. Sie erkennt ihn
sofort wieder. Das wechseln einer Batterie oder das Austauschen
eines Armbandes ist hier um ein Vielfaches günstiger als
an der nur wenige Meter entfernten „Hennesy Road".
„Western
Market“
Wir haben die MTR genommen, um nach „Sheung Wan" zu
kommen – eine Haltestelle weiter als „Central".
Dort, gleich um die Ecke zur MTR-Station befindet sich der „Western
Market". Die Halle des „Western Market" wurde
1906 erbaut und diente einst als echte Markthalle.

Stadtplan Hongkong © hot-maps

Heute ist
das Gebäude in einem sehr guten Zustand und ein gutes
Fotomotiv, doch eine Markthalle ist es leider nicht mehr. Heute
findet man hier Kunsthandwerk und Stoffe und ist in meinen
Augen nur für Touristen gedacht. Ich kann es mir beim
besten Willen nicht vorstellen, dass hier wirklich Einheimische
einkaufen. „Cat Street“
Auch wenn der Namen vermuten lässt, dass es hier entweder
viele Katzen gibt oder gab, so ist dem ganz und gar nicht so.


Die "Cat Street", oder richtiger die Upper und Lower
Lascar Row, liegt unterhalb der "Hollywood Road".
Sie heißt auch "Diebesmarkt", zurückzuführen
auf Zeiten, als man seinen am Vortag gestohlenen Besitz am
nächsten Morgen hier äusserst billig zurückkaufen
konnte. Die traditionellen Läden und Straßenhändler
sind neuen Gebäuden und dem "Cat Steet Market" gewichen.
Auf dem wohl größten Sammelplatz chinesischer Antiquitäten
außerhalb der Volksrepublik China lohnt sich der Kauf
von Porzellan, Rosen- und Ebenholzmöbeln und vor allem
von Kuriositäten.
Wie schnell die Zeit vergeht
Es ist erstaunlich – heute Morgen dachte ich die ganze
Zeit noch daran, dass es der letzte Tag in Hongkong sein wird.
Die letzten Stunden waren jedoch so hektisch, dass ich kaum
darüber nachgedacht habe. Jetzt, da mir bewusst ist, dass
es Zeit wird zum Hotel zurück zu gehen und mich auf den
Weg zum Flughafen zu machen, empfinde ich wieder ein Gefühl
der Wehmut. Aber es hilft leider alles nichts. Ich kann nicht
umbuchen und ich kann leider auch nicht länger bleiben.
Am Hotel müssen wir nicht lange warten. Die Pendel- oder
Zubringerbusse fahren ständig zwischen dem Hotel und dem
Flughafen. Sui wird mich zum Glück zum Flughafen begleiten
und wir müssen nicht in der Hotel Lobby Abschied nehmen.
Auf der Fahrt dem Flughafen ist es nicht leicht. Vorbei an
Straßen und Häusern, die mich 14 Tage umgeben haben.
Es ist nicht leicht neben dem Menschen zu sitzen, der mir „sein" Hongkong
gezeigt hat und dann diesen Menschen hier zurücklassen
zu müssen. Sui wird noch über Silvester eine weitere
Woche in Hongkong bleiben.
Am Flughafen heißt es dann erst einmal Einchecken – was
alles andere als einfach ist. Mein Gepäck ist viel zu
schwer. Ich habe wie es aussieht doch viel zu viel und vor
allem durch die gekauften Bücher über Hongkong viel
zu schwere Dinge eingekauft. Sui versucht so gut es geht mit
der „netten" Dame am Schalter zu verhandeln, was
sich als ausgesprochen schwer herausstellt.
Ich habe keine Ahnung was, die beiden alles gesprochen haben,
aber man einigt ich auf einen Kompromiss. Ich darf einen Teil
in mein Handgepäck umpacken um das Gewicht zu reduzieren.
Dennoch (ich bin mit einem Koffer nach Hongkong gekommen und
reise mit zwei Koffern wieder ab) muss ich einen nicht unerheblichen
Betrag hinzuzahlen. Einzige Alternative wäre es gewesen
einen Teil als Luftfracht per Post zu verschicken, was ich
aber aufgrund der Werte (Notebook, Kameraausrüstung, etc.)
lieber sein lasse.
Abschied von Hongkong
Wir schlendern noch eine weile durch den Flughafen, trinken
noch etwas im "Irish Pub" und dann ist es leider
auch schon Zeit zum Gate zu gehen.
Wir verabschieden uns lange – zu schön waren die
Tage hier in Hongkong. Zu viel haben wir erlebt. Auf dem Weg
durch die Kontrollen Richtung Gate drehe ich mich fast genauso
oft um, wie ich Schritte mache. Ja, es ist ein wirklich schwerer
Abschied. Ein Abschied von einer wirklich gigantischen Stadt
und einem wundervollen Menschen. Ich habe mich in beide verliebt. |