Als ich am Morgen das Hotel verlasse, ist es
als würde
ich gegen eine Wand laufen. Die Hitze und die Luftfeuchtigkeit
ist bereits um 8.00 Uhr morgens außerordentlich hoch.
Ich möchte früh in Stanley Beach sein, um einen guten
Platz zum Fotografieren zu bekommen. Zudem kenne ich die örtlichen
Gegebenheiten nur bedingt.
Was ich um diese Uhrzeit noch nicht wissen konnte – mein
Presseausweis wird mir an diesem Tag treue Dienste leisten.
Ich bin der Meinung, dass es eigentlich schon recht spät
ist und nehme daher nicht den Bus, sondern das Taxi nach Stanley.
Der Taxifahrer setzt mich direkt am Strand ab und es sind nur
wenige Meter zum Zieleinlauf. Eine wahre Menschenmasse hat
sich bereits versammelt und zahlreiche Fotografen versuchen
einen optimalen Standpunkt zu finden.

Das Treiben gleicht einem Volksfest und genauso ausgelassen
ist die Stimmung. Teams aus aller Welt sind bei diesem Rennen.
Aufgrund der enormen Hitze versuche ich einen der wenigen Schattenplätze
zu bekommen, was aber ein fast aussichtsloses Unterfangen ist.
Ich mache mich bereist nach einer Stunde auf die Suche nach
einer kalten Erfrischung. Diese führt mich zu einem VIP-Zugang,
an dem auch klein „Presse" zu lesen ist. Ich zücke
ergo meinen Presseausweis und komme ungehindert in den VIP-Bereich – traumhaft.

 Von hier habe ich einen guten Überblick über das
Geschehen. Leider habe ich nach China nicht alle Objektive
mitgebracht und ich bin der festen Meinung näher an das
Geschehen kommen zu müssen. „Frechheit sieht" denke
ich mir, und frage nach, ob man nicht auf die Begleitboote
kommen kann, um bessere Fotos zu machen. Reibungslos organisiert
man für mich eine Begleitperson und 15 Minuten später
bin ich auf einem der Begleitboote und kann Fotos aus nächster
Nähe machen …

Gegen Mittag habe ich genug gesehen – zudem bin ich
verschwitzt und die Hitze macht müde … ich mache
mich auf den Rückweg zum Hotel um mich etwas zu erholen – immerhin
möchte ich mich heute Abend noch ins Nachtleben von Hongkong
stürzen …
Hongkongs Nachtleben in „Lan Kwai Fong“
Hongkong ist keine Stadt für Langschläfer. In Hongkong
heißt es, dass vier Stunden Schlaf täglich ausreichen!

„Dancing in the Street“ ist allabendlich in Lan
Kwai Fong angesagt. Lan Kwai Fong ist ein einzigartiges Bar-
und Kneipenviertel ein Stück oberhalb des Central Districts.
Da die Bars, in denen sich sehr viele in Hongkong lebende Europäer
treffen, sehr klein und eng sind, steht fast jeder mit seinem
Drink draußen auf der Straße.

Stadtplan Hongkong © hot-maps
Um Mitternacht, wenn
die Stimmung den Höhepunkt erreicht hat, tanzen die Menschen
ausgelassen auf dem Bürgersteig. Und neun Stunden später
sind sie wieder korrekt im Business-Dress gekleidet und gehen
ihren normalen Geschäften nach.
 Genau hier her hat es mich in den letzten zwei Reisen nie
verschlagen, was ich natürlich diesmal nachholen möchte.
Alle Beschreibungen über „Lan Kwai Fong“ sind
korrekt. Die Bars füllen sich mit jeder vorrückenden
Stunde und die Stimmung wird zusehends gelöster. Zu all
den Ausländern, gesellen sich auch mindestens genauso
viele Chinesen vom Festland. Wenn man jetzt bedenkt dass viele
Chinesen es in China scheuen in Bars und Clubs zu gehen, dann
machen sie hier mehr als nur eine Ausnahme. Ok, sie trinken
weniger als die Amis und die Briten, aber sie bleiben genauso
lange in den Straßen und haben genauso ihren Spaß …
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